
Die Politikansprache 2026 stellte auch einen Aktionsplan zur Förderung einer „Niedrigflughöhenwirtschaft“ vor, darunter Testflüge mit grenzüberschreitender Logistik im Großraum der Greater Bay Area sowie neue Gesetze für schwere, nicht-traditionelle Fluggeräte (über 150 kg). Laut Beamten des Transport- und Logistikbüros sollen die ersten Tests bereits Mitte 2027 starten und Logistikparks in der Nordmetropole mit Lagerhäusern in Shenzhen verbinden – mit Großlastdrohnen, die Sendungen von bis zu 100 kg transportieren können. Ziel der Versuche ist es, die Zustellzeiten für hochwertige Bauteile für Hersteller in Wissenschaftsparks drastisch zu verkürzen und den Kühlkettenversand von Biopharmazeutika zu beschleunigen. Das Zivilluftfahrtamt Hongkongs (CAD) wird noch in diesem Quartal ein Konsultationspapier veröffentlichen, das Lufttüchtigkeitsstandards, Betreiberlizenzen und Anforderungen an Echtzeit-Geofencing regelt. Versicherer und Risikomanagementfirmen betonen, dass diese regulatorische Klarheit unerlässlich ist: Ohne ein definiertes Regelwerk für Flüge außerhalb der Sichtweite haben Frachtversicherer bisher die Deckung von Drohnenflotten abgelehnt. Für Mobilitätsmanager könnte diese Entwicklung bahnbrechend sein. Grenzüberschreitende Transporte von Lager zu Fabrik, die derzeit auf Lkw über die Shenzhen Bay Bridge angewiesen sind und oft durch Stoßzeiten an der Zollkontrolle verzögert werden, könnten künftig in unter 20 Minuten erledigt sein. Multinationale Unternehmen aus der Präzisionselektronik und dem Frischwaren-E-Commerce dürften als Erste profitieren, doch auch Anbieter im Bereich Passagiermobilität beobachten die Entwicklung genau; dieselben Korridore könnten den Weg für Lufttaxi-Tests im Vorfeld der Bewerbung für die Ostasienspiele 2029 ebnen. Das übergeordnete Ziel der Regierung ist es, Hongkong als regulatorisches Testfeld für unbemannte Luftfahrtsysteme im dicht besiedelten urbanen Luftraum zu positionieren – ein Know-how, das an andere asiatische Zentren exportiert werden kann, die ihre Drohnenlogistik liberalisieren wollen.
Quelle: news.gov.hk