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Human Rights Watch warnt: Neue chinesische Ein- und Ausreiseregelung untergräbt das Recht auf Ausreise

Sept. 17, 2026
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Human Rights Watch warnt: Neue chinesische Ein- und Ausreiseregelung untergräbt das Recht auf Ausreise
Einen Tag nach Inkrafttreten der 19-Artikel-Verordnung zur Ein- und Ausreiseverwaltung Chinas (Staatsratsdekret Nr. 841) veröffentlichte Human Rights Watch (HRW) ein scharf formuliertes Briefing, das die Maßnahme als direkten Angriff auf das international geschützte Recht beschreibt, das eigene Land zu verlassen. Das Dekret, das am 15. September 2026 in Kraft trat, erlaubt den Einwanderungsbehörden, chinesischen Staatsangehörigen – und unter bestimmten Umständen auch ausländischen Bewohnern – aus weit gefassten Gründen der nationalen Sicherheit, Industriesicherheit oder Technologiebeschränkung die Ausreise zu verweigern. HRW weist darauf hin, dass Artikel 4 Ausreiseverbote von bis zu drei Jahren für Bürger vorsieht, die angeblich „illegale oder kriminelle Aktivitäten im Ausland“ begehen, während eine separate Klausel unbegrenzte, offene Verbote für Personen erlaubt, die des Verstoßes gegen Exportkontrollen verdächtigt werden. Behörden können zudem schriftliche Benachrichtigungen „wenn die nationale Sicherheit betroffen sein könnte“ zurückhalten, was jegliche praktische Möglichkeit eines Einspruchs ausschließt. Für multinationale Arbeitgeber besteht die unmittelbare Sorge, dass Schlüsselmitarbeiter, insbesondere in sensiblen Technologiebereichen, kurzfristig an Reisen gehindert werden könnten. Maya Wang, stellvertretende Asien-Direktorin von HRW, forderte Unternehmen auf, ihre Fürsorgepflichten und Notfallpläne für grenzüberschreitende Projekte zu überdenken und warnte, dass „jeder, auch Ausländer, sich Sorgen um seine Ausreisemöglichkeiten aus China machen sollte.“ Die Organisation verweist auf eine zunehmende Zahl von Ausreiseverboten gegen Menschenrechtsaktivisten und Geschäftsleute seit 2019, betont jedoch, dass die neue Verordnung „Einwanderungsentscheidungen noch stärker mit Chinas umfassendem nationalen Sicherheitsapparat verknüpft“ und den Verwaltungsbehörden beispiellose Ermessensspielräume einräumt. HRW fordert Peking auf, das Dekret zu ändern, und ausländische Regierungen, das Thema in bilateralen Gesprächen anzusprechen. Praktische Folgen für globale Mobilitätsmanager sind unter anderem: Überprüfung von Notfall-Evakuierungsversicherungen, Aktualisierung von Zweitpass-Richtlinien für Doppelstaatler sowie Belastungstests für Einsatzpläne, die auf Reisen chinesischer Mitarbeiter zu regionalen Zentren wie Singapur oder Hongkong angewiesen sind. Rechtsexperten raten zudem, zu prüfen, ob aktuelle Mitarbeiter in Exportkontroll-Risikoprofile fallen, die nach Artikel 4 ein Ausreiseverbot auslösen könnten.
Quelle: Human Rights Watch

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