
Hongkong rechnet nun damit, dass die Gesamtarbeitskräftelücke bis 2028 auf 130.000 sinkt – deutlich weniger als die zuvor prognostizierten 180.000 –, wie Arbeitsminister Chris Sun am 17. September vor Journalisten erklärte. Dank proaktiver Programme zur Talentgewinnung und schneller Automatisierung werde die Lage sich verbessern. Die Regierung plant eine erneute Überprüfung der Talentliste, wobei der Schwerpunkt auf Spezialisten für Künstliche Intelligenz und weiteren Bereichen liegt, die mit den nationalen Entwicklungsstrategien übereinstimmen. Die aktuelle Liste umfasst 60 Berufe und gewährt Visa-Antragstellern Bonuspunkte sowie eine beschleunigte Bearbeitung im Rahmen der Allgemeinen Beschäftigungspolitik und des Technologie-Talentaufnahmeprogramms. Die Erweiterung um KI-Ingenieure, Datenwissenschaftler und Experten für Modellgovernance soll lokalen Unternehmen helfen, die umfangreichen F&E-Investitionen der Stadt besser zu kommerzialisieren. Für Arbeitgeber bedeutet eine breitere Talentliste schnellere Arbeitsvisum-Genehmigungen und den Wegfall der Pflicht zur lokalen Stellenanzeige bei schwer zu besetzenden Positionen. Sun warnte jedoch, dass die Arbeitsmarktsituation stark von konjunkturellen Schwankungen abhängt und ohne fortgesetzte politische Unterstützung die Lücke auf bis zu 300.000 hätte anwachsen können. Wirtschaftsverbände begrüßten die Aktualisierung, forderten jedoch, die Erleichterungen bei der Einwanderung mit der Planung von Wohnraum und Schulplätzen zu verknüpfen, um die gewonnenen Talente langfristig in der Stadt zu halten.
Quelle: RTHK