
In einer am 18. September aktualisierten Mitteilung gab das US-Außenministerium bekannt, dass ab dem 1. Oktober 2026 Antragsteller für I-Visa (ausländische Medien), TN- und TD-Visa (USMCA-Fachkräfte und deren Angehörige) denselben Social-Media-Offenlegungspflichten unterliegen werden wie bereits Studierende, Austauschbesucher und H-Visuminhaber. Antragsteller müssen alle Social-Media-Profile für die konsularische Überprüfung auf „öffentlich“ stellen. Obwohl die neuen Regelungen vor allem kanadische und mexikanische Fachkräfte betreffen, gelten sie weltweit für alle Antragsteller in diesen Kategorien – das bedeutet, dass auch chinesische Korrespondenten in den USA sowie chinesische Staatsangehörige, die für kanadische oder mexikanische Unternehmen arbeiten, die Vorgaben erfüllen müssen. Konsularbeamte können zusätzliche Nutzernamen anfordern oder Anträge ablehnen, wenn der Eindruck entsteht, dass Online-Aktivitäten verschleiert werden. Für chinesische Multinationale, die regelmäßig Mitarbeiter über den TN-Weg über kanadische Tochtergesellschaften nach Nordamerika entsenden, bringt die Änderung neue Compliance-Risiken mit sich. Mobility-Manager sollten (a) die Social-Media-Aktivitäten der Mitarbeitenden auf potenzielle Auffälligkeiten prüfen, (b) Reisende hinsichtlich einer konsistenten Offenlegung in den Formularen DS-160/DS-1648 schulen und (c) die neue Anforderung in Checklisten zur Dokumentensammlung aufnehmen, um Verzögerungen bei Interviews zu vermeiden. Das Außenministerium betonte, dass „jede Visumsentscheidung im Kern eine nationale Sicherheitsentscheidung“ sei und die erweiterte Überprüfung eine Reaktion auf sich wandelnde Bedrohungslagen darstellt. Kritiker sehen in der Maßnahme eine unverhältnismäßige Belastung legitimer Reisender durch die invasive Kontrolle persönlicher Äußerungen. Angesichts des aktuellen geopolitischen Klimas wird erwartet, dass die Social-Media-Regelung weiter ausgeweitet wird. Unternehmen sollten zukünftige Bekanntmachungen im Federal Register aufmerksam verfolgen und ihre internen Datenschutzrichtlinien für in China ansässige Mitarbeitende, die US-Visa beantragen, entsprechend anpassen.
Quelle: U.S. Department of State
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