
Der Schwerlastsektor in Kalabrien befindet sich am zweiten Tag eines fünftägigen Streiks, der von der regionalen Niederlassung der Fedralog, dem Verband der Drittlogistikunternehmen, organisiert wird. Die Aktion begann am 9. Oktober um 00:01 Uhr und soll am 13. Oktober um 24:00 Uhr enden. Sie betrifft alle Straßentransporte, die als „conto terzi“ klassifiziert sind. Die Häfen von Gioia Tauro, Crotone und Reggio Calabria melden Containerstaus von bis zu 2.000 TEU, wobei vor allem Exportladungen von Zitrusfrüchten und Möbeln betroffen sind. Der Bahnbetreiber Mercitalia hat vier zusätzliche Nordfahrten eingerichtet, doch die Kapazitäten bleiben knapp, und Spediteure warnen vor Zuschlägen bei Spotbuchungen. Fedralog wirft der Regionalregierung vor, 28 Millionen Euro, die für Straßenverbesserungen und Fahrerrastplätze vorgesehen sind, nicht freizugeben – Gelder, die nach der Blockade der A2-Autobahn im letzten Jahr zugesagt wurden. Der regionale Verkehrsrat erklärt, die Verzögerung liege an ausstehenden EU-Beihilfegenehmigungen, und bezeichnet den Streik als „unverhältnismäßig“. Große Verlader wie IKEA und Del Monte haben Notfallpläne aktiviert, verlagern ihre Fracht auf die Häfen von Taranto und Salerno oder nutzen den Flughafen Bari für hochwertige verderbliche Waren. Versicherungsmakler warnen, dass höhere Gewalt nicht alle Kosten abdecken könnte, und raten Unternehmen, ihre Minderungsmaßnahmen sorgfältig zu dokumentieren. Der Arbeitskampf verdeutlicht die strategisch wichtige, aber fragile Rolle Kalabriens als Tor zum Mittelmeerhandel. Bei einer längeren Dauer befürchten Analysten eine Kettenreaktion auf Lagerbestände in Süditalien und auf dem Balkan, wo viele kalabrische Exporteure Just-in-Time-Lieferverträge haben.
Quelle: ScioperiItalia