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Flandern verschärft Arbeitserlaubnis-Regeln, während Arbeitsmigration neuen Höchststand erreicht

Feb. 14, 2026
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Flandern verschärft Arbeitserlaubnis-Regeln, während Arbeitsmigration neuen Höchststand erreicht
Belgiens bevölkerungsreichste Region steckt in einem Paradox. Regierungsstatistiken vom 13. Februar zeigen, dass Flandern im Jahr 2025 mehr Ein-Permit-Genehmigungen (Kombination aus Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis) für Nicht-EU-Bürger ausgestellt hat als je zuvor. Die Genehmigungen für ausländische Arbeitskräfte stiegen im Vergleich zu 2023 um 53 % und haben sich seit der Pandemie mehr als verdoppelt, vor allem aufgrund akuter Fachkräftemängel in Bau, Logistik, Gesundheitswesen und Lebensmittelproduktion.

Gleichzeitig bestätigte die flämische Arbeitsministerin Zuhal Demir (N-VA), dass ein im Spätherbst 2025 angekündigtes Paket restriktiver Maßnahmen nun in Kraft getreten ist. Die Reformen streichen Dutzende mittelqualifizierte Berufe – darunter Lkw-Fahrer, Bäcker und Metzger – von der Schnellzugangsliste für Migration in der Region; Arbeitgeber müssen vor der Rekrutierung im Ausland längere und besser dokumentierte Suchprozesse in Belgien und der EU nachweisen; und die arbeitsmarktbezogenen Prüfungen für die meisten „anderen“ Kategorien werden verlängert. Niedrig- und mittelqualifizierte Stellen können weiterhin mit Drittstaatsangehörigen besetzt werden, doch Unternehmen müssen zuvor umfassende Bemühungen um lokale Bewerber nachweisen. Hochqualifizierte Profile, Blue-Card-Antragsteller und Forscher behalten den vereinfachten Zugang.

Flandern verschärft Arbeitserlaubnis-Regeln, während Arbeitsmigration neuen Höchststand erreicht


Demir argumentiert, dass bei rund 200.000 registrierten Arbeitssuchenden in Flandern „Migration niemals der einfache Ausweg sein darf“. Ihr Ministerium hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um vor allem Langzeitarbeitslose und junge Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Wirtschaft sieht das anders: Der Bauverband Embuild Vlaanderen warnt, die strengeren Regeln verschärften Engpässe und drängten Unternehmen zu befristeten Entsendungen mit weniger Kontrolle. Agoria, der Technologieverband, befürchtet, dass längere Bearbeitungszeiten bei Genehmigungen Belgiens Wettbewerbsfähigkeit im Kampf um IT-Fachkräfte schwächen.

Für globale Mobilitätsmanager lautet die Botschaft klar: 1) Längere Vorlaufzeiten für Ein-Permit-Anträge in Flandern einplanen; 2) mit genauerer Prüfung von Rekrutierungsnachweisen und Gehaltsbenchmarks rechnen; 3) vor der Zusage eines Starttermins prüfen, ob die Stelle noch auf der aktualisierten Migrationsliste steht. Arbeitgeber mit dringendem Personalbedarf sollten alternative belgische Regionen in Betracht ziehen – Brüssel und Wallonien haben Demirs Einschränkungen bisher nicht übernommen – oder intra-EU-Einsätze nach den Vander-Elst- oder ICT-Richtlinien prüfen.

Mittelfristig wird beobachtet, ob die härtere Linie zu einem messbaren Rückgang der Genehmigungen führt oder die Anträge nur in benachbarte Regionen verlagert werden. Politisch ist die Botschaft klar: Die belgischen Teilstaaten sind bereit, die Kanäle der Wirtschaftsmigration schnell neu zu justieren, wenn der heimische Arbeitsmarkt unter Druck gerät.
Quelle: Belga News Agency

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