
Österreichs privater Open-Access-Anbieter Westbahn feierte am 1. März 2026 einen Meilenstein für die nationale und grenzüberschreitende Mobilität: Der erste „SMILE“-Hochgeschwindigkeitszug startete vom Wiener Hauptbahnhof nach Villach. Die lang erwartete Verlängerung der Südbahn bringt Westbahns preiswertes und häufiges Fahrplanmodell – bisher auf die Weststrecke (Wien–Salzburg–München) beschränkt – auf die stark frequentierte Südbahn-Achse durch die Steiermark und Kärnten. Drei tägliche Hin- und Rückfahrten verbinden nun Wien, Wiener Neustadt, Bruck an der Mur, Graz, Kühnsdorf-Klopeiner See, Klagenfurt, Pörtschach und Villach in unter vier Stunden, mit Spitzenfahrzeiten von 2:05 Stunden zwischen Wien und Graz sowie 3:25 Stunden zwischen Wien und Klagenfurt. Westbahn kündigt an, die Frequenz im Mai auf fünf Rückfahrten zu verdoppeln, sobald weitere sechsteilige Stadler KISS-Züge geliefert werden. Für Geschäftsreisende schließt der Service eine Lücke, die durch die Umlenkung vieler Railjet-Verbindungen auf Fernfrachtstrecken während Bauarbeiten bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) entstanden war. Unternehmen mit Mobilitätsrichtlinien, die auf Tür-zu-Tür-Reisezeiten setzen, berichten von Zeitersparnissen von bis zu 45 Minuten im Vergleich zum schnellsten aktuellen Railjet-Angebot – und die Bahn schlägt nun klar das Flugzeug auf den Strecken Wien–Graz und Wien–Klagenfurt. Frühnutzer wie der Chiphersteller Infineon (Villach) und AVL List (Graz) erklärten gegenüber The Local, sie erwarten, „deutlich mehr als die Hälfte“ der innerbetrieblichen Fahrten von Mietwagen auf die Bahn zu verlagern. Die Landesregierungen begrüßen den Wettbewerbsschub. Die steirische Wirtschaftsministerin Barbara Eibinger-Miedl erklärte, der Einstieg von Westbahn „beendet die Ära des Monopolanbieters“ auf der Südbahn und sollte die Fahrpreise stabilisieren. Tourismusverbände in Kärnten und entlang der Koralmbahn-Baustelle bewerben bereits Wochenendtrips, die an den neuen Fahrplan gekoppelt sind. Praktisch orientiert sich der Ticketverkauf am dynamischen Online-Modell von Westbahn: Ein Einzelticket Wien–Graz startet bei 19,90 Euro im Voraus und beinhaltet kostenloses WLAN, 230-Volt-Steckdosen sowie Sitzplätze in der Ruhezone. Firmenkunden können die Trainline Partner API für eine automatisierte Spesenerfassung integrieren. Inhaber der ÖBB Vorteilscard erhalten im Rahmen einer Interoperabilitätsvereinbarung 10 % Rabatt, das ÖBB-Klimaticket wird auf der Südbahn von Westbahn jedoch noch nicht akzeptiert. Reisende sollten beachten, dass Sitzplatzreservierungen optional, aber insbesondere freitagabends und montagmorgens bei hohem Pendleraufkommen dringend empfohlen sind.
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