
Bei einer außerordentlichen Ratssitzung, die erst spät am Sonntagabend endete, gaben die EU-Innenminister grünes Licht für den umstrittensten Teil des Migrations- und Asylpakts: erweiterte Befugnisse für Mitgliedstaaten, abgelehnte Asylbewerber in sogenannten „Rückführungszentren“ in Drittstaaten festzuhalten, zu überstellen und abzuschieben. Obwohl die Maßnahme für die gesamte EU gilt, wurde während der Debatte in Brüssel immer wieder Italiens jüngstes bilaterales Abkommen mit Albanien genannt – unter dem Rom bereits zwei Haft- und Screening-Zentren auf albanischem Boden betreibt – als Modell, das die Umsetzung erst möglich gemacht hat. Nach dem von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vorangetriebenen Abkommen können im Mittelmeer gerettete Migranten außerhalb Italiens bearbeitet werden, wobei Albanien lediglich die Rolle des Gastgebers übernimmt, während Italien die rechtliche Verantwortung behält. EU-Beamte betonen, dass die neuen Abschiebebefugnisse es anderen Mitgliedstaaten ermöglichen, dieses Modell mit EU-Finanzierung zu übernehmen oder anzupassen.
Für italienische Arbeitgeber hat das unmittelbare Folgen: Die Regierung plant, Mitarbeiter der Einwanderungsbehörden von den Binnenpräfekturen zu den Offshore-Zentren zu verlegen. Branchenverbände befürchten dadurch längere Bearbeitungszeiten bei der Verlängerung von Arbeitserlaubnissen und innerbetrieblichen Versetzungsvisa – gerade in der wichtigen Sommersaison. Multinationale Unternehmen mit großen Expatriate-Belegschaften in Italien, insbesondere in den Industrieclustern rund um Mailand und Turin, raten ihren Mitarbeitenden bereits, Verlängerungsanträge mindestens zwei Monate früher als üblich zu stellen. Reise-Risikoberater warnen zudem, dass der verstärkte Einsatz biometrischer Überwachungstechnologien, wie im Pakt vorgesehen, zu häufigeren Identitätskontrollen an den Landgrenzen Italiens zu Slowenien und Frankreich führen könnte, was Geschäftsreisen verzögern kann.
Menschenrechtsorganisationen haben unterdessen rechtliche Schritte vor dem italienischen Verfassungsgericht angekündigt. Sie argumentieren, dass die Überstellung von Migranten in Haftzentren im Ausland ohne vorheriges Asylgespräch gegen Artikel 10 der italienischen Verfassung verstößt. Die Meloni-Regierung hält dagegen, dass die Zentren sowohl italienischem als auch EU-Recht entsprechen, und verweist auf 180 Millionen Euro EU-Kofinanzierung, die Brüssel für das Projekt bereitgestellt hat.
Praktisch sollten Unternehmen mit mobilen Arbeitskräften ab dem 12. Juni, wenn die neuen Regeln in Kraft treten, mit strengeren Dokumentenkontrollen in Italien rechnen. Einwanderungsrechtler empfehlen, bei der Einreise über Schengen-Grenzen mit dem Auto oder Zug vollständige Kopien von Arbeitsverträgen und Unterkunftsnachweisen mitzuführen und mögliche Verzögerungen an Flughäfen einzuplanen, an denen Frontex-Koordinierungsteams eingesetzt werden. Obwohl der Pakt darauf abzielt, irreguläre Migration einzudämmen, dürften die ersten Auswirkungen für legale Reisende längere Wartezeiten und einen höheren bürokratischen Aufwand bedeuten – zumindest bis sich die neuen Verfahren eingespielt haben.
Für italienische Arbeitgeber hat das unmittelbare Folgen: Die Regierung plant, Mitarbeiter der Einwanderungsbehörden von den Binnenpräfekturen zu den Offshore-Zentren zu verlegen. Branchenverbände befürchten dadurch längere Bearbeitungszeiten bei der Verlängerung von Arbeitserlaubnissen und innerbetrieblichen Versetzungsvisa – gerade in der wichtigen Sommersaison. Multinationale Unternehmen mit großen Expatriate-Belegschaften in Italien, insbesondere in den Industrieclustern rund um Mailand und Turin, raten ihren Mitarbeitenden bereits, Verlängerungsanträge mindestens zwei Monate früher als üblich zu stellen. Reise-Risikoberater warnen zudem, dass der verstärkte Einsatz biometrischer Überwachungstechnologien, wie im Pakt vorgesehen, zu häufigeren Identitätskontrollen an den Landgrenzen Italiens zu Slowenien und Frankreich führen könnte, was Geschäftsreisen verzögern kann.
Menschenrechtsorganisationen haben unterdessen rechtliche Schritte vor dem italienischen Verfassungsgericht angekündigt. Sie argumentieren, dass die Überstellung von Migranten in Haftzentren im Ausland ohne vorheriges Asylgespräch gegen Artikel 10 der italienischen Verfassung verstößt. Die Meloni-Regierung hält dagegen, dass die Zentren sowohl italienischem als auch EU-Recht entsprechen, und verweist auf 180 Millionen Euro EU-Kofinanzierung, die Brüssel für das Projekt bereitgestellt hat.
Praktisch sollten Unternehmen mit mobilen Arbeitskräften ab dem 12. Juni, wenn die neuen Regeln in Kraft treten, mit strengeren Dokumentenkontrollen in Italien rechnen. Einwanderungsrechtler empfehlen, bei der Einreise über Schengen-Grenzen mit dem Auto oder Zug vollständige Kopien von Arbeitsverträgen und Unterkunftsnachweisen mitzuführen und mögliche Verzögerungen an Flughäfen einzuplanen, an denen Frontex-Koordinierungsteams eingesetzt werden. Obwohl der Pakt darauf abzielt, irreguläre Migration einzudämmen, dürften die ersten Auswirkungen für legale Reisende längere Wartezeiten und einen höheren bürokratischen Aufwand bedeuten – zumindest bis sich die neuen Verfahren eingespielt haben.
Quelle: Associated Press
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