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EU verabschiedet neue Abschieberegeln und verweist auf Italiens Modell eines Rückführungszentrums für Albanien

März 30, 2026
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EU verabschiedet neue Abschieberegeln und verweist auf Italiens Modell eines Rückführungszentrums für Albanien
Die Europäische Union hat grünes Licht für den letzten Baustein ihres Neuen Pakts für Migration und Asyl gegeben und eine Verordnung verabschiedet, die es den Mitgliedstaaten erlaubt, abgelehnte Asylbewerber in sogenannte „Rückführungszentren“ in Drittstaaten zu überstellen. Der 104-seitige Text erhielt am 29. März frühmorgens die Zustimmung der nationalen Botschafter in Brüssel und wird nächste Woche von den Ministern endgültig bestätigt, sodass die Regelungen am 12. Juni 2026 in Kraft treten können.

Obwohl die neue Verordnung EU-weit gilt, räumten Diplomaten offen ein, dass sie stark vom italienischen Protokoll mit Albanien aus dem Jahr 2023 inspiriert ist, bei dem Rom zwei Haftanstalten in Shengjin und Gjadër finanzierte. Diese Zentren, in denen derzeit rund 90 Migranten untergebracht sind, sollen als „Machbarkeitsnachweis“ für das umfassendere europäische Konzept dienen, erklärten Beamte.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die Abstimmung als „Sieg des Realismus“ und betonte, dass die Bearbeitung außerhalb der EU der einzige glaubwürdige Weg sei, um Schleuser auf der zentralen Mittelmeerroute abzuschrecken.

Laut Verordnung kann jeder Nicht-EU-Bürger, gegen den ein endgültiger Abschiebebescheid vorliegt, in ein Land überstellt werden, das eine Aufnahmevereinbarung mit der EU unterzeichnet hat. Die Mitgliedstaaten müssen grundlegende Schutzmaßnahmen gewährleisten, doch die Haft kann bis zu 24 Monate dauern, wenn Migranten als fluchtgefährdet gelten oder nicht kooperieren. Rückführungsentscheidungen werden im Schengener Informationssystem gespeichert, sodass ein in einem Land erlassener Bescheid automatisch in der gesamten EU gilt.

EU verabschiedet neue Abschieberegeln und verweist auf Italiens Modell eines Rückführungszentrums für Albanien


Für Italien versprechen die neuen Regeln praktische Erleichterungen. Zahlen des Innenministeriums zeigen, dass 2025 nur 21 % der 41.000 zur Ausreise aufgeforderten Personen tatsächlich zurückgeführt wurden. Rom hofft, dass gemeinsame EU-Finanzierung und gegenseitige Anerkennung von Abschiebebescheiden die finanziellen und administrativen Belastungen, die die Durchsetzung seit Jahren erschweren, verringern.

Geschäftsreisende beobachten die Entwicklung aufmerksam: Strengere Abschiebeverfahren könnten mehr Stichprobenkontrollen an Flughäfen und eine intensivere Überprüfung von Arbeitsvisuminhabern, die zwischen Schengen-Staaten pendeln, bedeuten.

Menschenrechtsorganisationen warnen, dass das italienische Modell bereits rechtliche Grauzonen schafft. Bei einem kürzlichen Besuch im Gjadër-Zentrum berichteten italienische Abgeordnete von Verwirrung unter den Inhaftierten bezüglich ihres Rechts auf Rechtsbeistand und der Fristen für Rechtsmittel. NGOs befürchten, dass eine Ausweitung des Systems auf die gesamte EU eine Normalisierung langanhaltender extraterritorialer Haft bewirken und die gerichtliche Kontrolle weiter erschweren könnte.

Die Kommission versichert, dass die Überwachungsmechanismen „robust“ sein werden, räumt jedoch ein, dass detaillierte Leitlinien vor Inkrafttreten des Pakts nicht vorliegen werden.
Quelle: AP News

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