
Eine still und leise veröffentlichte Fahrplanänderung von Emerald Airlines – dem Betreiber der öffentlich geförderten Flugverbindung (PSO) zwischen Donegal (CFN) und Dublin – trat am 29. März in Kraft und sorgt bereits für heftige Kritik von Gemeinschaftsgruppen und Arbeitgebern im Nordwesten. Die Fluggesellschaft hat die Mittagsverbindung von Dublin nach Donegal sowie den entsprechenden Rückflug am frühen Nachmittag gestrichen und stattdessen einen frühen Flug am Morgen (06:30 Uhr) in Richtung Süden sowie einen späten Flug am Abend (20:30 Uhr) in Richtung Norden eingeführt. Für viele Krebspatienten, Studierende und kleine und mittlere Unternehmen, die auf Tagesrückflüge in die Hauptstadt angewiesen sind, ist der Wegfall der Mittagsverbindung mehr als nur ein Ärgernis. Donegal Cancer Flights & Services, eine lokale Wohltätigkeitsorganisation, die ländlichen Patienten den Zugang zu Krankenhäusern in Dublin erleichtert, erklärte gegenüber Verkehrsminister Darragh O’Brien, dass der neue Fahrplan „eine lebensrettende Luftbrücke in einen Übernachtungsausflug verwandelt, den sich die Menschen schlichtweg nicht leisten können.“ Geschäftsinhaber warnen, dass Tagesgeschäftstreffen – die aufgrund der begrenzten Straßen- und Bahnverbindungen im County ohnehin schon schwierig sind – nun praktisch unmöglich geworden sind. Nach EU-Vorschriften kann Irland dünn frequentierte Inlandsstrecken von sozialer und wirtschaftlicher Bedeutung bis zu vier Jahre lang subventionieren, doch der aktuelle PSO-Vertrag erlaubt dem Betreiber, die Flugzeiten nach eigenem Ermessen anzupassen. Politisch ist die Reaktion heikel: Die Koalition hatte im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro in die Erneuerung der Donegal-PSO investiert, mit dem ausdrücklichen Ziel, den Zugang zu Tagesverbindungen nach Dublin zu sichern. Lokale Abgeordnete haben nun parlamentarische Anfragen eingereicht, um eine sofortige Überprüfung des Fahrplans zu erreichen und die Möglichkeit zu prüfen, ein Flugzeug über Nacht in Donegal zu stationieren, damit sowohl Früh- als auch Mittagsflüge angeboten werden können. Der Streit hat auch Auswirkungen auf die Mobilität in Unternehmen. Mehrere multinationale Konzerne mit technischen Niederlassungen und Shared-Services-Zentren in Letterkenny berichten, dass Mitarbeiter wieder auf private Autos – eine vierstündige Fahrt – oder teure Hotelübernachtungen zurückgreifen müssen, was die Reise- und Übernachtungskosten in die Höhe treibt und die Nachhaltigkeitsziele gefährdet. Reiseleiter werden bereits von der Personalabteilung gebeten, die Kostenfolgen zu beziffern, bevor die Regierung ihre angekündigte „Ankündigung innerhalb der Woche“ zur möglichen Wiedereinführung veröffentlicht. Sollte der Fahrplan unverändert bleiben, könnten Unternehmen im nächsten Ausschreibungszyklus (2027) eine erweiterte PSO-Spezifikation fordern, um eine Mindestanzahl an Flügen zu garantieren, die auf Geschäftsreisen und Krankenhausbesuche abgestimmt sind. Bis dahin steht die Herausforderung der Anbindung des Nordwestens wieder ganz oben auf der nationalen Agenda.
Quelle: Donegal Daily
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