
Das in Litauen ansässige Unternehmen Vlantana Logistics, einer der größten Straßengüterverkehrsbetreiber im Baltikum, bestätigte am 1. April, dass es bis zu 200 professionelle Lkw-Fahrer aus Brasilien und den Nachbarländern importieren wird. Viele von ihnen sollen künftig in den polnischen Niederlassungen des Unternehmens eingesetzt werden. Die Rekrutierungskampagne wird in Zusammenarbeit mit der in São Paulo ansässigen M/BRAZIL Agency durchgeführt und umfasst Unterstützung bei Visa, Umzugsflügen und Unterkunft. Vlantana erwartet, dass die neuen Fahrer bereits ab Juli in Europa eintreffen, sobald die Arbeitserlaubnisse in Warschau und Vilnius genehmigt sind.
Diese Initiative verdeutlicht das Ausmaß des Fahrermangels in Mitteleuropa. Laut dem Polnischen Transport- und Logistikverband (TLP) herrscht in Polen zu Beginn des Jahres 2026 ein Mangel von etwa 110.000 Lkw-Fahrern – das entspricht rund 20 % der Gesamtnachfrage. Ursachen sind unter anderem die demografische Entwicklung mit einer alternden heimischen Belegschaft, strengere EU-weite Vorschriften für Fahrtenschreiber sowie die geringe Bereitschaft junger Polen, lange Wochen auf der Straße zu verbringen. Jahrelang wurden diese Lücken mit Fahrern aus der Ukraine und Belarus gefüllt, doch Kriegsdienstpflicht und verschärfte Sicherheitsprüfungen haben diesen Pool stark reduziert.
Die Rekrutierung von Fahrern aus Südamerika stellt nun eine neue Perspektive dar. Brasilianische Lkw-Führerscheine sind weitgehend mit den EU-Kategorien C+E kompatibel, und die Kandidaten bringen oft Erfahrung auf anspruchsvollen transkontinentalen Routen mit. Dennoch stellen Sprachbarrieren, EU-Sicherheitsstandards und die Einhaltung der Entsenderegelungen Herausforderungen bei der Integration dar. Vlantana plant intensive Polnischkurse in Gdynia und Kaunas und hat für die Fahrer Kollektivaufenthaltserlaubnisse nach Artikel 87a des polnischen Gesetzes beantragt, der einen beschleunigten Weg für „wirtschaftlich besonders wichtige Arbeitnehmer“ vorsieht.
Für polnische Verlader könnte der Zustrom die Kapazitäten stabilisieren und Preisspitzen im vorweihnachtlichen Transportgeschäft verhindern. Gewerkschaften kritisieren jedoch, dass die Anwerbung von Arbeitskräften aus 10.000 Kilometern Entfernung einer Form von Sozialdumping gleichkomme. Die Nationale Arbeitsinspektion (PIP) erinnert Arbeitgeber daran, dass Fahrer aus Drittstaaten mindestens den branchenspezifischen Mindestlohn von 28 PLN pro Stunde plus europäische Reisezulagen erhalten müssen. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 30.000 PLN pro Verstoß geahndet werden.
Praktischer Tipp: Unternehmen, die ähnliche Programme planen, sollten pro Fahrer mindestens 6.000 Euro für Legalisierung, Schulung und Umzug einplanen und eine Bearbeitungszeit von 10 bis 12 Wochen für die Arbeitserlaubnis einrechnen. Zudem sollten sie die laufende Überarbeitung der EU-Richtlinie zum Einheitlichen Aufenthaltstitel beobachten, die zukünftige Rekrutierungsprozesse verkürzen oder erschweren könnte.
Diese Initiative verdeutlicht das Ausmaß des Fahrermangels in Mitteleuropa. Laut dem Polnischen Transport- und Logistikverband (TLP) herrscht in Polen zu Beginn des Jahres 2026 ein Mangel von etwa 110.000 Lkw-Fahrern – das entspricht rund 20 % der Gesamtnachfrage. Ursachen sind unter anderem die demografische Entwicklung mit einer alternden heimischen Belegschaft, strengere EU-weite Vorschriften für Fahrtenschreiber sowie die geringe Bereitschaft junger Polen, lange Wochen auf der Straße zu verbringen. Jahrelang wurden diese Lücken mit Fahrern aus der Ukraine und Belarus gefüllt, doch Kriegsdienstpflicht und verschärfte Sicherheitsprüfungen haben diesen Pool stark reduziert.
Die Rekrutierung von Fahrern aus Südamerika stellt nun eine neue Perspektive dar. Brasilianische Lkw-Führerscheine sind weitgehend mit den EU-Kategorien C+E kompatibel, und die Kandidaten bringen oft Erfahrung auf anspruchsvollen transkontinentalen Routen mit. Dennoch stellen Sprachbarrieren, EU-Sicherheitsstandards und die Einhaltung der Entsenderegelungen Herausforderungen bei der Integration dar. Vlantana plant intensive Polnischkurse in Gdynia und Kaunas und hat für die Fahrer Kollektivaufenthaltserlaubnisse nach Artikel 87a des polnischen Gesetzes beantragt, der einen beschleunigten Weg für „wirtschaftlich besonders wichtige Arbeitnehmer“ vorsieht.
Für polnische Verlader könnte der Zustrom die Kapazitäten stabilisieren und Preisspitzen im vorweihnachtlichen Transportgeschäft verhindern. Gewerkschaften kritisieren jedoch, dass die Anwerbung von Arbeitskräften aus 10.000 Kilometern Entfernung einer Form von Sozialdumping gleichkomme. Die Nationale Arbeitsinspektion (PIP) erinnert Arbeitgeber daran, dass Fahrer aus Drittstaaten mindestens den branchenspezifischen Mindestlohn von 28 PLN pro Stunde plus europäische Reisezulagen erhalten müssen. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 30.000 PLN pro Verstoß geahndet werden.
Praktischer Tipp: Unternehmen, die ähnliche Programme planen, sollten pro Fahrer mindestens 6.000 Euro für Legalisierung, Schulung und Umzug einplanen und eine Bearbeitungszeit von 10 bis 12 Wochen für die Arbeitserlaubnis einrechnen. Zudem sollten sie die laufende Überarbeitung der EU-Richtlinie zum Einheitlichen Aufenthaltstitel beobachten, die zukünftige Rekrutierungsprozesse verkürzen oder erschweren könnte.
Quelle: Trans.info
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