
Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ab dem 16. April um 00:01 Uhr einen 48-stündigen Streik bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Eurowings gestartet, der bis zu 90 % der Flüge ab Frankfurt und München lahmlegt. Obwohl der Konflikt in Deutschland stattfindet, spüren auch Frankreich und seine Wirtschaft die Auswirkungen deutlich: Lufthansa hatte während des Streikzeitraums 54 Verbindungen zwischen ihren Drehkreuzen und Paris Charles-de-Gaulle, Lyon sowie Nizza geplant, die alle gestrichen wurden. Codeshare-Flüge von Air France sind ausgenommen, doch kurzfristig sind kaum noch Plätze verfügbar. Besonders betroffen sind französische Unternehmen, die auf das Lufthansa-Zubringernetz für Langstreckenverbindungen nach Asien und Amerika angewiesen sind. Das Reiseunternehmen FCM France berichtet, dass 31 % der April-Buchungen seiner Kunden über Frankfurt oder München laufen, was die Kapazitätskürzungen am Pariser Flughafen CDG während der laufenden Startbahnarbeiten widerspiegelt. Reisende mit durchgehenden Tickets, die bis zum 11. April ausgestellt wurden, können kostenfrei auf Termine bis zum 21. April umbuchen, viele werden jedoch über Amsterdam mit KLM oder London mit British Airways umgeleitet, was die Reisezeit erheblich verlängert. Nach EU-Verordnung 261 haben Passagiere, die von Frankreich mit Lufthansa oder Eurowings abfliegen, Anspruch auf eine Entschädigung von 250 bis 600 Euro, wenn die Ankunft um mehr als drei Stunden verspätet ist. Mobilitätsmanager sollten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, Bordkarten aufzubewahren und schriftliche Stornobestätigungen anzufordern, um Entschädigungsansprüche zu unterstützen. Die Hotels in Frankfurt und München waren in der ersten Streiknacht zu 92 % ausgelastet; Ausnahmen bei Unterkunftsobergrenzen könnten notwendig werden. Der Streik folgt nur einen Tag nach einem Arbeitskampf der französischen Flugsicherung und verdeutlicht die anhaltende Arbeitsmarktinstabilität in der europäischen Luftfahrt. Da vor dem 23. April keine Verhandlungen geplant sind, warnt Lufthansa vor weiteren Streiks im Mai – einem Monat, in dem französische Führungskräfte traditionell nach den Osterferien Langstreckenverkaufsreisen unternehmen. Unternehmen sollten daher ihre bevorzugten Fluggesellschaften vorübergehend anpassen, um Risiken zu minimieren. Handlungsempfehlungen: • Kritische Reiserouten im April und Mai, die auf Lufthansa-Flüge angewiesen sind, neu prüfen. • Wo möglich, „Doppelticket“-Optionen einfügen (Air France Hinflug, KLM Rückflug). • Reisende informieren, dass Lufthansa sie bei Verfügbarkeit am selben Tag kostenfrei auf Wettbewerber umbuchen muss.
Quelle: Air Traveler Club
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