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Visa-Reformen könnten Londons Pflegesektor „zum Zusammenbruch bringen“, warnt UNISON

Apr. 25, 2026
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Visa-Reformen könnten Londons Pflegesektor „zum Zusammenbruch bringen“, warnt UNISON
Die bereits stark belasteten Sozialdienste Londons stehen laut der Gewerkschaft UNISON „am Rande des Zusammenbruchs“, falls die Regierung die Pläne zur Verdreifachung der Wartezeit für ausländische Pflegekräfte bei der Beantragung einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis (Indefinite Leave to Remain, ILR) durchsetzt. In einer scharf formulierten Erklärung warnte UNISON am Freitag, dass die neuen Vorschläge, die eine Wartezeit von bis zu 15 Jahren vorsehen, Tausende Pflegekräfte dazu bringen könnten, Großbritannien zu verlassen – und das gerade in einer Zeit, in der die Zahl der offenen Stellen Rekordhöhen erreicht hat.

Der Sektor, der allein in London auf rund 58.000 nicht-britische Arbeitskräfte angewiesen ist, wurde bereits im vergangenen Sommer durch verschärfte Einreiseregelungen für neue Bewerber stark getroffen. Arbeitgeber kompensierten den Mangel, indem sie bereits im Land befindliche Pflegekräfte sponserten, von denen viele ihre Jobs unter der Annahme annahmen, nach fünf Jahren eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis zu erhalten. UNISON hält es für „moralisch falsch“, diese Wartezeit rückwirkend zu verlängern, da dies die Personalnot weiter verschärfen werde.

Als Beispiele führt die Gewerkschaft Fälle von ghanaischen und nigerianischen Pflegekräften an, denen die Sponsorenunterstützung entzogen wurde, weil sie sich über unbezahlte Arbeitsstunden beschwert hatten. UNISON setzt sich bei Abgeordneten in London dafür ein, dass der Antrag im Unterhaus im Frühjahr abgelehnt wird. Zudem fordert die Gewerkschaft eine Lockerung der sogenannten „Tie-in“-Regeln, die es Pflegekräften verbieten, den Arbeitgeber zu wechseln, ohne den Visaprozess von vorne zu beginnen – eine Einschränkung, die laut UNISON Ausbeutung begünstigt.

Visa-Reformen könnten Londons Pflegesektor „zum Zusammenbruch bringen“, warnt UNISON


Arbeitgeberverbände zeigen sich zwar skeptisch gegenüber höheren langfristigen Visakosten, räumen aber ein, dass eine 15-jährige Wartezeit die erst vor zwei Jahren gestarteten Rekrutierungskampagnen untergraben würde. Für Fachkräfte im Bereich globale Mobilität bedeutet dies zweierlei: Bestehende gesponserte Pflegekräfte könnten kündigen, wenn sich ihre Aussicht auf eine dauerhafte Niederlassung weiter verzögert, und neue Bewerber werden höhere Gehälter oder Umzugspauschalen verlangen, um die Unsicherheit auszugleichen.

Organisationen, die ausgelagerte klinische Dienstleistungen für den NHS erbringen, sehen sich mit der Aussicht konfrontiert, Agenturhonorare zahlen oder Personal aus anderen Regionen abziehen zu müssen, falls die Politik nicht gelockert wird. Der Fall verdeutlicht zudem einen grundlegenden Wandel in der britischen Einwanderungsstrategie – weg von zeitbasierten Aufenthaltsmodellen hin zu beitragsorientierten Modellen, mit Reformen für Fachkräfte und einem geplanten „Earned Settlement“-Modell, das noch in diesem Jahr eingeführt werden soll.

Mobilitätsteams sollten parlamentarische Änderungen genau beobachten und Szenarien zur Mitarbeiterbindung planen, insbesondere in Branchen, die bereits mit Fachkräftemangel kämpfen.
Quelle: UNISON Greater London

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