
Der Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton, hat am 30. April zivilrechtliche Ermittlungsanordnungen an fast 30 Unternehmen in Nordtexas verschickt, die verdächtigt werden, „Geisterbüros“ zu betreiben, um das H-1B-Visa-System zu manipulieren. Zu den im Rahmen der Untersuchung genannten Firmen gehören unter anderem Tekpro IT LLC, Blooming Clouds LLC und Oak Technologies Inc. Diese sollen Anträge mit nicht existierenden Arbeitsstätten eingereicht haben, um ausländische IT-Fachkräfte zu sponsern, ohne tatsächlich legitime lokale Arbeitsplätze anzubieten. Das Büro von Paxton fordert Lohnabrechnungen, Mietverträge, Kundenverträge und interne Kommunikation an, um zu prüfen, ob Arbeitgeber Projektangaben gegenüber dem U.S. Citizenship and Immigration Services (USCIS) falsch dargestellt haben. Verstöße könnten hohe Geldstrafen nach dem Texas Deceptive Trade Practices Act nach sich ziehen sowie mögliche bundesstaatliche Strafanzeigen wegen Visabetrugs. Die Untersuchung verdeutlicht den zunehmenden politischen Druck auf das H-1B-Programm nach der im letzten Monat eingeführten bundesweiten Regelung, die die Auswahl auf ein nach Löhnen gewichtetes System umgestellt hat. Die Durchsetzung auf Bundesstaatsebene schafft eine neue Compliance-Herausforderung: Selbst korrekt ausgewählte Anträge können angefochten werden, wenn Arbeitgeber keine echten, beaufsichtigten Arbeitsstätten und echte Spezialberufe nachweisen können. Für Mobility-Teams in Unternehmen lautet die Botschaft klar: Überprüfen Sie Modelle zur Drittanbieterplatzierung, stellen Sie sicher, dass die angegebenen Kundenadressen aktiven Projekten entsprechen, und führen Sie zeitnahe Nachweise wie Stundenzettel und Leistungsbeschreibungen, um staatlichen Vorladungen standzuhalten. Anbieter, die auf „Bench“-Modelle oder Remote-Personal über Scheinfirmen setzen, könnten Endkundenunternehmen einem gemeinsamen Haftungsrisiko aussetzen.
Quelle: Hindustan Times / Bloomberg Law