
Die Canadian Trucking Alliance (CTA) und der Private Motor Truck Council (PMTC) kritisierten die Bundesregierung scharf, nachdem am 30. April erneut ein Ausfall des elektronischen Datenaustauschs (EDI) bei den Kontrollstellen der Canada Border Services Agency (CBSA) zu mehrstündigen Verzögerungen an wichtigen Grenzübergängen in Ontario, Quebec und Manitoba führte. Die Branchenverbände forderten das Kabinett auf, eine dauerhafte technologische Modernisierung zu finanzieren, da wiederkehrende Ausfälle die Kosten in der Lieferkette in die Höhe treiben und Just-in-Time-Lieferungen über die Grenze gefährden. Fahrer berichteten, dass die normale Abfertigung am Morgen bis zum Nachmittag, als das Verkehrsaufkommen seinen Höhepunkt erreichte, nahezu zum Stillstand kam. Obwohl die CBSA Notfallverfahren aktivierte – die Papiermanifeste und manuelle Dateneingabe erlaubten – führte diese Übergangslösung zu deutlich geringerer Durchsatzleistung und kilometerlangen Staus. CTA-Präsident Stephen Laskowski erklärte, dass Flotten „zehntausende Dollar pro Stunde“ verlieren, wenn Lkw an der Grenze stillstehen – Kosten, die letztlich auf die Verbraucher umgelegt werden. Zudem drohen den Transportunternehmen Strafen und Rückbelastungen von US-Empfängern, wenn Lieferfenster nicht eingehalten werden. Das seit über zehn Jahren genutzte EDI-System der CBSA erlitt laut Mitteilungen von Zollagenten in den letzten zwei Wochen mindestens vier schwerwiegende Ausfälle. Die Behörde gibt an, die Umstellung auf die Cloud-Plattform CARM (CBSA Assessment and Revenue Management) zu beschleunigen, doch eine vollständige Einführung wird erst Ende 2027 erwartet. Multinationale Verlader raten ihren Logistikteams inzwischen, 24-Stunden-Puffer in grenzüberschreitende Routen einzubauen und, wo möglich, Zolldaten vorab in Backup-Portale hochzuladen. Auch Personalverantwortliche, die Ausrüstungen zwischen kanadischen und US-Standorten transportieren, sollten bis zur Verbesserung der Zuverlässigkeit mehr Transitzeit einplanen.
Quelle: Truck News