
Am 30. Mai veröffentlichte das brasilianische Finanzministerium eine Verordnung, die die vorübergehende Senkung der PIS/Pasep- und Cofins-Abgaben auf importiertes und im Inland verkauftes Flugkerosin (QAV) bis zum 31. Juli 2026 verlängert. Die seit Februar geltende Maßnahme hätte Ende Mai auslaufen sollen, wurde jedoch verlängert, nachdem Fluggesellschaften vor neuen Preiserhöhungen und Kapazitätskürzungen gewarnt hatten, falls die Vergünstigung wegfällt. Die inländischen Airlines LATAM Brasil, GOL und Azul verbrauchen jährlich rund 8,2 Milliarden Liter QAV, wobei der Treibstoff 37 % ihrer Kosten ausmacht. Interne Berechnungen des Branchenverbands ABEAR zeigen, dass jede Erhöhung von 0,10 R$ pro Liter eine durchschnittliche Ticketpreisanpassung von 2 % nach sich zieht. Durch das Einfrieren der Bundessteuern – derzeit insgesamt 9,65 % – rechnet die Regierung mit Mindereinnahmen von 1,1 Milliarden R$, spart den Passagieren aber etwa 250 R$ bei einer typischen Hin- und Rückreise von Rio nach Manaus. Aus globaler Mobilitätsperspektive sichert der günstigere Treibstoff die Anbindung auf sekundären Strecken, die für Fly-in/Fly-out-Operationen multinationaler Unternehmen zu Bergbau- und Energieanlagen im Norden und Nordosten entscheidend sind. Zudem mildert er die Berechnung von Auslandszulagen, die Härte- oder Abgelegenen-Zuschläge an Transportkosten koppeln. Arbeitgeber sollten jedoch Wechselkursschwankungen und mögliche Preisneuverhandlungen mit Travel-Management-Firmen zur Jahresmitte im Blick behalten. Die Verlängerung verschafft Zeit für eine interministerielle Arbeitsgruppe, die ein dauerhaftes Nullsteuersystem prüft, das an die CO2-Intensität der Airlines gekoppelt ist. Umwelt-NGOs bleiben skeptisch und argumentieren, dass bedingungslose Steuererleichterungen den Übergang zu nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) verzögern. Das Umweltministerium hat signalisiert, dass künftige Entlastungen mit verpflichtenden SAF-Mischquoten verbunden sein werden, ähnlich den ab 2028 in der EU geltenden Vorgaben. Für Reisende, die Flüge für die Wintersaison auf der Südhalbkugel buchen – insbesondere zu beliebten Expat-Destinationen wie Fernando de Noronha und Jericoacoara – dürften stabile Preise gelten. Firmen-Mobilitätsmanager können die Gelegenheit nutzen, um Großkontingente zu sichern, bevor die Regelung im August erneut überprüft wird.
Quelle: Mercado & Consumo