
Frische Daten, die am 30. Mai von der brasilianischen Fluggesellschaftenvereinigung (ABEAR) veröffentlicht wurden, zeigen, dass LATAM, GOL und Azul im Mai durchschnittlich 121 Inlandsflüge pro Tag gestrichen haben – insgesamt mehr als 3.700 Flüge. Grund dafür ist der starke Anstieg der Kerosinpreise, der unrentable Strecken unattraktiv macht. Die Zahlen, erstmals in der Radar-Kolumne des Correio Braziliense berichtet, bestätigen Berichte von Reisebüros über zunehmende Unregelmäßigkeiten im Flugplan an Regionalflughäfen. Die meisten gestrichenen Verbindungen betrafen Drehkreuze wie Brasília, Guarulhos und Confins, die mit Hauptstädten im Norden und Nordosten verbunden sind, darunter Macapá, Rio Branco und João Pessoa. Während Hauptstrecken wie São Paulo–Rio ihre Frequenz behielten, wurde die Reservekapazität reduziert, was das Risiko von Folgeverspätungen erhöht. Für globale Mobilitätsteams, die Mitarbeiter zu Offshore-Ölplattformen, Agrarbetrieben oder Technologiezentren in Recife und Fortaleza entsenden, ist eine Notfallplanung nun unerlässlich. ABEAR macht die Streichungen für einen 14 %igen Anstieg der Kerosinpreise im Monatsvergleich verantwortlich, nachdem Petrobras die Raffineriepreise an den Brent-Ölpreis von 95 US-Dollar pro Barrel angepasst hat. Trotz einer zweimonatigen Steuerbefreiung für Kraftstoffimporte durch die Bundesregierung wird die Entlastung durch einen schwächeren Real und begrenzte Absicherungsmöglichkeiten teilweise aufgehoben. Unternehmen mit hohem Inlandsreiseaufkommen verhandeln inzwischen Blockplatzvereinbarungen mit Lufttaxi-Anbietern und Chartervermittlern, um Reisende auf mehrere kleinere Flugzeuge zu verteilen und so den Zugang zu entlegenen Zielen zu sichern. Mobilitätsrichtlinien werden ebenfalls angepasst, um flexible Arbeitsbeginnzeiten und virtuelle Einarbeitungen bei Flugausfällen zu ermöglichen. Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung der Integration von Echtzeit-Flugstatusdaten in Einsatzverfolgungssysteme, damit Personal- und Sicherheitsteams schnell reagieren können. Zudem belebt er die Diskussion um Subventionen für die Regionalfliegerei und öffentliche Dienstleistungsverträge (PSO), die das Ministerium für Häfen und Flughäfen im zweiten Halbjahr erneut prüfen will.
Quelle: Correio Braziliense – Radar