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Belgische Eisenbahnen stellen auf reine Vertragsbeschäftigung um und öffnen sich für internationales Fachpersonal

Juni 2, 2026
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Belgische Eisenbahnen stellen auf reine Vertragsbeschäftigung um und öffnen sich für internationales Fachpersonal
Ab dem 1. Juni 2026 werden die drei belgischen Eisenbahnunternehmen – der Personenverkehrsbetreiber SNCB/NMBS, der Infrastrukturmanager Infrabel und der rechtliche Arbeitgeber HR Rail – alle neuen Mitarbeiter mit privatrechtlichen Arbeitsverträgen einstellen, anstatt ihnen eine lebenslange Beamtenstellung zu gewähren. Diese von Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke angekündigte Reform, berichtet The Brussels Times, bringt die Einstellungspraxis im Bahnsektor in Einklang mit dem allgemeinen Arbeitsrecht und ergänzt umfassendere Bundesreformen, die Kündigungsfristen begrenzen und Nachtarbeit liberalisieren.

Der Bahnsektor beschäftigt rund 27.000 Personen, von denen 88 % noch Beamte sind. Mit der Umstellung fallen künftige Neueinstellungen unter das reguläre belgische Sozialversicherungssystem und können individuelle Arbeitsbedingungen aushandeln, darunter auch unkonventionelle Arbeitszeiten, die besonders für Pendler aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland attraktiv sind. Für Manager im Bereich globale Mobilität beseitigt das Ende der obligatorischen Beamtenprüfungen eine große Hürde bei der Entsendung ausländischer Ingenieure, Datenanalysten und Spezialisten für Schienenfahrzeuge in Belgiens strategischen Logistikkorridor.

Belgische Eisenbahnen stellen auf reine Vertragsbeschäftigung um und öffnen sich für internationales Fachpersonal


SNCB und Infrabel planen, bis zum vierten Quartal 2027 etwa 2.500 Stellen zu besetzen, um den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs voranzutreiben und die Einführung des European Train Control System zu beschleunigen. Die Personalabteilungen erwarten einen größeren Bewerberpool: Nicht-EU-Bürger können nun befristete oder unbefristete Privatarbeitsverträge erhalten, die an den belgischen Single-Permit-Aufenthaltstitel gebunden sind, ohne die bisher erforderlichen Sondergenehmigungen für öffentliche Dienststellen durchlaufen zu müssen.

Die Gewerkschaften ACOD-Spoor und CSC-Transcom haben mit Arbeitskämpfen gedroht, falls die bisherigen Mitarbeiterbenefits beschnitten werden, doch die Unternehmensleitungen betonen, dass die Reform nur neueinstellungen betrifft. Dennoch sollten Unternehmen, die Expatriates entsenden, mögliche streikbedingte Reiseeinschränkungen einkalkulieren, insbesondere auf den Pendlerstrecken Brüssel–Antwerpen und Brüssel–Lüttich, die für Büropark-Pendler und pharmazeutische Lieferketten von zentraler Bedeutung sind.

Da die Umstellung mit Belgiens Umstieg auf digitale Anträge für Arbeitserlaubnisse zusammenfällt, können Arbeitgeber Single-Permit-Anträge für ausländische Bahnmitarbeiter vollständig online einreichen. Die Bearbeitungszeiten in Flandern und Wallonien liegen derzeit bei durchschnittlich sechs bis acht Wochen, was die Besetzung von Infrastrukturprojekten im Sommer 2026 mit internationalem Fachpersonal ermöglicht.
Quelle: The Brussels Times

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