
In einer am 2. Juni 2026 veröffentlichten formellen Stellungnahme forderte die Europäische Kommission Frankreich, Deutschland und sieben weitere Schengen-Mitgliedstaaten auf, die seit langem bestehenden Kontrollen an den Binnengrenzen schrittweise abzuschaffen. Brüssel sieht darin einen Verstoß gegen den reformierten Schengener Grenzkodex. Diese nicht rechtsverbindliche, aber sehr sichtbare Aufforderung ist das erste Mal, dass die Kommission ihre neuen Aufsichtsrechte nutzt, um die seit der Migrationskrise 2015 immer wieder eingeführten Kontrollen infrage zu stellen.
Für die Schweiz, die rechtlich Teil des Schengen-Raums, aber kein EU-Mitglied ist, sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Täglich pendeln Tausende Grenzgänger aus den Regionen Basel und Genf nach Deutschland und Frankreich; umgekehrt arbeiten französische und deutsche Pendler in Schweizer Fabriken, Krankenhäusern und Handelshäusern. Als Paris im vergangenen Herbst systematische Personenkontrollen auf der Autobahn A40 wiedereinführte, meldeten Schweizer Logistikunternehmen Lieferverzögerungen von bis zu 45 Minuten. Der in Zürich ansässige Pharmakonzern Novartis warnte in seinem Mobilitätsbericht für das erste Quartal, dass wichtige Mitarbeitershuttles zwischen der Zentrale und französischen Produktionsstandorten mit „Notfallpuffern“ von bis zu zwei Stunden fahren müssten.
Sollten Berlin und Paris die Warnung aus Brüssel ernst nehmen, könnten diese Puffer – und die damit verbundenen Kosten – bald reduziert werden. Die Stellungnahme der Kommission betont, dass die Mitgliedstaaten verstärkt auf „polizeiliche Zusammenarbeit, Informationsaustausch und mobile Kontrollen“ setzen sollten, anstatt feste Grenzkontrollen aufrechtzuerhalten. Dies entspricht auch den jüngsten Änderungen des Schweizer Schengener Grenzgesetzes, das seit dem 1. Juni dem Bundesrat erlaubt, in Krisensituationen Grenzkontrollen einzuführen oder aufzuheben, ihn aber zugleich verpflichtet, nach Möglichkeit auf informationsgestützte Patrouillen zu setzen.
In der Praxis hoffen Schweizer Transportunternehmen auf einen Dominoeffekt: Wenn Frankreich die Kontrollstellen bei Bardonnex abbaut und Deutschland die mobilen Kontrollkabinen nahe Weil am Rhein entfernt, könnten Österreich und Italien folgen und so den nahtlosen Korridor wiederherstellen, auf den Schweizer Exporteure für den Zugang zu EU-Märkten angewiesen sind. Die Mobilitätsteams in Unternehmen sollten die Reaktionszeiten genau beobachten.
Da die Stellungnahme rechtlich nicht bindend ist, könnten Paris und Berlin die Umsetzung verzögern oder Verlängerungen mit dem Argument einer „ernsten Bedrohung der öffentlichen Ordnung“ rechtfertigen. Diplomaten zufolge ist die Kommission jedoch bereit, bei ausbleibendem Fortschritt vor dem Schengen-Bewertungsbericht im September Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten.
Personalabteilungen mit Pendlerbelegschaften sollten weiterhin Reisebescheinigungen ausstellen, könnten aber bald Überstundenzuschläge und Taxikosten, die durch Verzögerungen entstehen, reduzieren. Für einzelne Schweizer Reisende könnte dies kürzere Warteschlangen an den Wochenenden auf dem Korridor A1/A36 und weniger aufwändige Kontrollen in Zügen zwischen Genf Cornavin und Lyon Part-Dieu bedeuten. Der Touring Club Schweiz (TCS) empfiehlt Autofahrern, bis zur offiziellen Aufhebung der Kontrollen weiterhin Pässe griffbereit zu halten und aktuelle Stau-Apps für Echtzeitinformationen zu nutzen.
Für die Schweiz, die rechtlich Teil des Schengen-Raums, aber kein EU-Mitglied ist, sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Täglich pendeln Tausende Grenzgänger aus den Regionen Basel und Genf nach Deutschland und Frankreich; umgekehrt arbeiten französische und deutsche Pendler in Schweizer Fabriken, Krankenhäusern und Handelshäusern. Als Paris im vergangenen Herbst systematische Personenkontrollen auf der Autobahn A40 wiedereinführte, meldeten Schweizer Logistikunternehmen Lieferverzögerungen von bis zu 45 Minuten. Der in Zürich ansässige Pharmakonzern Novartis warnte in seinem Mobilitätsbericht für das erste Quartal, dass wichtige Mitarbeitershuttles zwischen der Zentrale und französischen Produktionsstandorten mit „Notfallpuffern“ von bis zu zwei Stunden fahren müssten.
Sollten Berlin und Paris die Warnung aus Brüssel ernst nehmen, könnten diese Puffer – und die damit verbundenen Kosten – bald reduziert werden. Die Stellungnahme der Kommission betont, dass die Mitgliedstaaten verstärkt auf „polizeiliche Zusammenarbeit, Informationsaustausch und mobile Kontrollen“ setzen sollten, anstatt feste Grenzkontrollen aufrechtzuerhalten. Dies entspricht auch den jüngsten Änderungen des Schweizer Schengener Grenzgesetzes, das seit dem 1. Juni dem Bundesrat erlaubt, in Krisensituationen Grenzkontrollen einzuführen oder aufzuheben, ihn aber zugleich verpflichtet, nach Möglichkeit auf informationsgestützte Patrouillen zu setzen.
In der Praxis hoffen Schweizer Transportunternehmen auf einen Dominoeffekt: Wenn Frankreich die Kontrollstellen bei Bardonnex abbaut und Deutschland die mobilen Kontrollkabinen nahe Weil am Rhein entfernt, könnten Österreich und Italien folgen und so den nahtlosen Korridor wiederherstellen, auf den Schweizer Exporteure für den Zugang zu EU-Märkten angewiesen sind. Die Mobilitätsteams in Unternehmen sollten die Reaktionszeiten genau beobachten.
Da die Stellungnahme rechtlich nicht bindend ist, könnten Paris und Berlin die Umsetzung verzögern oder Verlängerungen mit dem Argument einer „ernsten Bedrohung der öffentlichen Ordnung“ rechtfertigen. Diplomaten zufolge ist die Kommission jedoch bereit, bei ausbleibendem Fortschritt vor dem Schengen-Bewertungsbericht im September Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten.
Personalabteilungen mit Pendlerbelegschaften sollten weiterhin Reisebescheinigungen ausstellen, könnten aber bald Überstundenzuschläge und Taxikosten, die durch Verzögerungen entstehen, reduzieren. Für einzelne Schweizer Reisende könnte dies kürzere Warteschlangen an den Wochenenden auf dem Korridor A1/A36 und weniger aufwändige Kontrollen in Zügen zwischen Genf Cornavin und Lyon Part-Dieu bedeuten. Der Touring Club Schweiz (TCS) empfiehlt Autofahrern, bis zur offiziellen Aufhebung der Kontrollen weiterhin Pässe griffbereit zu halten und aktuelle Stau-Apps für Echtzeitinformationen zu nutzen.
Quelle: Europa Press
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