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Frankreich lockert EU-Blue-Card-Regeln und erweitert damit den Talentpool für multinationale Unternehmen

Juni 12, 2026
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Frankreich lockert EU-Blue-Card-Regeln und erweitert damit den Talentpool für multinationale Unternehmen
Eine am 11. Juni von der Beratungsgesellschaft Convinus veröffentlichte globale Mobilitätswarnung hebt Frankreichs stille, aber weitreichende Reform des EU-Blaukarte-Programms hervor. Die Änderungen treten am 25. April 2026 in Kraft und wurden diese Woche offiziell in aktualisierten Richtlinien bestätigt. Die Mindestvertragsdauer wird von 12 auf 6 Monate halbiert, acht Jahre relevante Berufserfahrung werden als Alternative zu einem Hochschulabschluss anerkannt, und Inhaber einer Blaukarte aus einem anderen EU-Staat dürfen bis zu 90 Tage ohne gesonderte Arbeitserlaubnis in Frankreich arbeiten. Die Gehaltsschwelle bleibt bei 1,2-fachem des nationalen Durchschnitts, doch eine neue Ausnahme erlaubt es unter dem „Jeune Entreprise Innovante“-Regime zertifizierten Scale-ups, für schwer zu besetzende Stellen 10 % unter diesem Wert zu zahlen, sofern die Mitarbeiterzahl jährlich um mindestens 15 % wächst. Tech-Unternehmen in Paris-Saclay und Sophia-Antipolis haben bereits angekündigt, vom Passeport Talent auf die günstigere Blaukarte umzusteigen. Mobilitätsexperten sollten beachten, dass die Reform auch die innergemeinschaftliche Mobilität erleichtert: Entsandte mit einer Blaukarte aus beispielsweise Deutschland können nun für kurze Projekte bei einer französischen Niederlassung ohne lokale Genehmigung arbeiten – ideal für agile F&E-Sprints. Die Personalabteilung muss jedoch vor dem 30. Aufenthaltstag eine Online-Meldung beim Innenministerium einreichen und Lohnunterlagen für mögliche Kontrollen der Arbeitsaufsicht vorhalten. Die Regierung erwartet, dass das erleichterte Verfahren die jährlichen Blaukartenausstellungen von 3.800 auf 6.000 bis Ende 2027 steigert und damit Frankreichs Position im harten europäischen Wettbewerb um MINT-Talente stärkt. Unternehmen sollten ihre Entsendungsrichtlinien überarbeiten, Kostenprognosen anpassen (da die Sozialversicherung dem Blaukarteninhaber folgt) und Recruiting-Manager über den nun größeren Kandidatenpool informieren.
Quelle: Mondaq / Convinus

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