
Der lange angekündigte Umstieg Großbritanniens auf ein vollständig digitales Einwanderungssystem beschleunigte sich am 12. Juni, als UKVI bestätigte, dass Inhaber von Biometric Residence Permits (BRPs) künftig ein Online-Konto bei UKVI anlegen und auf ein elektronisches Visum – ein sogenanntes „eVisa“ – umsteigen müssen, das mit ihrem Reisepass verknüpft ist. Diese Änderung betrifft sowohl Fachkräfte im Rahmen von Entsendungen, innerbetriebliche Versetzungen, Studierende als auch Migranten im Familiennachzug. Die ursprünglich zur Erfüllung der EU-Anti-Betrugsstandards eingeführten BRPs laufen am 31. Dezember 2027 aus. Ab diesem Datum können Reisende an der britischen Grenze nicht mehr auf die Plastikkarte vertrauen; stattdessen werden Fluggesellschaften und Grenzbeamte den Status digital überprüfen – ähnlich dem australischen ETA-System. Das Innenministerium erklärt, dass bereits Millionen von Personen eVisas über Programme wie das EU Settlement Scheme erhalten haben, der Umstieg für BRP-Inhaber jedoch schrittweise erfolgt, mit E-Mail-Einladungen, die in Tranchen über 2026 und 2027 verteilt werden. Für Personal- und Mobilitätsmanager hat dies unmittelbare operative Auswirkungen. Mitarbeitende, die häufig reisen, müssen sicherstellen, dass ihr UKVI-Konto stets den aktuell vorgelegten Reisepass widerspiegelt; eine Nichtaktualisierung bei Passwechsel kann zu „No-Board“-Entscheidungen der Fluggesellschaften führen. Arbeitgeber, die den Online-Service „View and Prove“ für Arbeitsberechtigungsprüfungen nutzen, sollten ihre internen Richtlinien aktualisieren und insbesondere regionale Niederlassungen, in denen noch häufig Papier-BRP-Kontrollen üblich sind, entsprechend schulen. Die digitale Umstellung ergänzt zudem das britische Electronic Travel Authorisation (ETA)-Programm für visumfreie Staatsangehörige sowie die Ausweitung der eGate-Nutzung auf Kinder ab 10 Jahren. Zusammen zielen diese Maßnahmen darauf ab, bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles eine reibungslose, „kontaktlose“ Grenzabfertigung zu ermöglichen, da ein starker Anstieg des transatlantischen Passagieraufkommens erwartet wird. Praktische Empfehlungen: Verteilen Sie eine Checkliste, die gesponserte Mitarbeitende auffordert, (1) ihr UKVI-Konto einzurichten; (2) E-Mail-Adressen und Mobilnummern zu bestätigen; (3) neue Reisepassdaten innerhalb von 48 Stunden hochzuladen; und (4) den Share-Code für Arbeitsberechtigungsprüfungen herunterzuladen. Globale Mobilitätsteams sollten noch in diesem Quartal ein „eVisa-Readiness“-Webinar planen und Erinnerungen zur Passverlängerung in ihre Einsatzmanagementsysteme integrieren.
Quelle: Thaxted Legal
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