
Das Arbeitsamt von Hongkong wird das Enhanced Supplementary Labour Scheme (ESLS) nach einer einjährigen Überprüfung grundlegend überarbeiten, da weit verbreitete lokale Bedenken bestehen, dass Arbeitgeber ausländische Arbeitskräfte zur Lohndrückerei einsetzen. Bei einer Sitzung mit Branchenvertretern am 15. Juni stellten die Behörden eine zweistufige Genehmigungsstruktur vor, die ab dem 16. Juni in Kraft tritt. Stufe 1 betrifft Branchen mit nachgewiesenem Fachkräftemangel – beginnend mit der Gastronomie – während Stufe 2 für alle anderen Bewerber gilt. Die wichtigste Änderung ist eine deutlich strengere Personalregel: Unternehmen müssen nun für jeden ausländischen Mitarbeiter in derselben Berufsgruppe drei lokale Arbeitnehmer beschäftigen, statt wie bisher ein lockeres Verhältnis von zwei zu eins, das auf die Gesamtbelegschaft angerechnet wurde. Arbeitgeber sind verpflichtet, Nachweise über lokale Rekrutierungsbemühungen und Lohngleichheit zu führen. Das Arbeitsamt erhält neue Befugnisse, Unternehmen, die gegen ESLS-Regeln verstoßen oder „Schein“-Stellenanzeigen schalten, mit einem fünfjährigen Beschäftigungsverbot zu belegen. Die Behörden betonten, dass dieser Schritt den demografisch bedingten Arbeitskräftemangel der Stadt mit dem politischen Ziel, die Beschäftigung der Einwohner zu schützen, in Einklang bringt. Vertreter der Gastronomie erwarten, dass vor allem Frontline-Positionen wie Kellner und Küchenhilfen, bei denen die Fluktuation hoch ist, am stärksten betroffen sein werden; Unternehmen, die die Quote nicht erfüllen, müssen möglicherweise Löhne erhöhen oder in Automatisierung investieren. Für Mobility-Manager bedeutet die Entscheidung, dass die Genehmigung von Arbeitskräften aus dem Ausland im riesigen Restaurant- und Gastgewerbesektor Hongkongs langsamer und genauer geprüft wird. Multinationale Unternehmen, die auf innerbetriebliche Versetzungen für regionale F&B-Standorte setzen, sollten ihre Personalplanung überprüfen, lokale Rekrutierungsunterlagen sorgfältig führen und mehr Vorlaufzeit für mögliche Vor-Ort-Kontrollen einplanen. Die Behörden deuteten an, dass nach weiteren Konsultationen weitere Branchen in Stufe 1 aufgenommen werden könnten, weshalb Compliance-Teams die Entwicklungen genau beobachten sollten.
Quelle: The Standard
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