
In einer scharfen Kritik an den Einwanderungsdurchsetzungstaktiken der Trump-Administration hat der US-Bezirksrichter Patrick Schlitz am 22. Juni Vorladungen eines Grand Jury aufgehoben, die E-Mails, Briefing-Unterlagen und interne Korrespondenz von Minnesotas Gouverneur Tim Walz, Generalstaatsanwalt Keith Ellison und zwei Bürgermeister aus der Metropolregion verlangten. Die Associated Press berichtete zuerst über die Entscheidung, die am Montagnachmittag veröffentlicht wurde. Schlitz stellte fest, dass die im Januar im Rahmen einer angeblichen Behinderungsuntersuchung zugestellten Vorladungen „keinen echten Strafverfolgungszweck“ verfolgten, sondern darauf abzielten, „Staatsbeamte zu zwingen, Ressourcen für die bundesstaatliche Durchsetzung der Zivil-Einwanderungsgesetze aufzuwenden“. Die Führung Minnesotas hat seit 2024 öffentlich die Zusammenarbeit mit der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eingeschränkt und bevorzugt Modelle der Gemeindepolizei, die bei routinemäßigen Begegnungen nicht nach dem Aufenthaltsstatus fragen. Die 43-seitige Entscheidung beruft sich auf die Anti-Commandeering-Doktrin, die Washington untersagt, Bundesstaaten zur Durchführung bundesstaatlicher Programme zu zwingen, und verweist auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs im Fall *Printz gegen Vereinigte Staaten*. Indem Schlitz die Vorladungen als „politische Vergeltungsmaßnahme“ einstuft, schützt er nicht nur die Beamten vor der Befolgung, sondern sendet auch ein Signal an andere Sanctuary-Gebiete, dass ähnliche bundesstaatliche Maßnahmen vor Gericht scheitern könnten. Praktisch entlastet die Entscheidung Minneapolis und St. Paul von einer aufwändigen Dokumentenbereitstellung, die bereits geschätzte 250.000 US-Dollar an Rechtskosten verursacht hatte. Für Manager globaler Mobilität bedeutet dies, dass staatliche Sanctuary-Politiken trotz bundesstaatlichen Drucks voraussichtlich bestehen bleiben und so ein Flickenteppich unterschiedlicher Durchsetzungssituationen in den USA erhalten bleibt. Das Justizministerium wollte sich nicht äußern, doch Rechtsexperten erwarten eine beschleunigte Berufung beim achten Berufungsgericht. Selbst im Falle einer Aufhebung könnte die Verzögerung eine Offenlegungspflicht erst nach den Zwischenwahlen im November bewirken und so deren politische Wirkung abschwächen.
Quelle: Click2Houston / Associated Press
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