
Am 25. Juni lehnte das spanische Unterhaus ein königliches Dekret ab, das dem nationalen Bahnbetreiber Renfe erlaubt hätte, zusätzliche 2 Milliarden Euro Schulden aufzunehmen, um neue Züge der nächsten Generation zu finanzieren. Der Vorschlag, der von PP, Vox und Junts abgelehnt wurde, erreichte nicht die einfache Mehrheit, die für die Gültigkeit erforderlich gewesen wäre. Die abgelehnte Maßnahme hätte die gesetzliche Verschuldungsgrenze von Renfe erhöht, wodurch Kreditlinien im Einklang mit dem EU-Programm CEF Transport freigegeben worden wären und die Erneuerung der veralteten Talgo- und CAF-Züge ermöglicht worden wäre. Verkehrsminister Óscar Puente warnte, dass das Scheitern des Dekrets bereits reservierte Liefertermine bei den Herstellern gefährdet und die Einführung von Zügen mit höherer Kapazität auf den stark frequentierten Strecken Madrid-Barcelona und Madrid-Valencia verzögern könnte. Für Geschäftsreisende könnte die Entscheidung die anhaltende Knappheit an Sitzplätzen in den AVE-Verbindungen verlängern, die im direkten Wettbewerb mit den Flugverbindungen stehen. Renfe erreicht bereits eine Auslastung von 90 % auf den Stoßzeiten-Zügen, und ohne neue Züge kann der Betreiber die Frequenz erst Ende 2028 erhöhen. Multinationale Unternehmen, die auf das spanische Schienennetz für ihre CO2-armen Reiseziele setzen, müssen möglicherweise länger als geplant auf Flugverbindungen zurückgreifen, was die ESG-Erfolge schmälert. Unterdessen erklärte der Wettbewerber Iryo, er sei bereit, die entstehende Nachfrage aufzufangen, falls Renfe nicht expandieren kann. Die Regierung kann ein überarbeitetes Dekret erneut einbringen, doch Beschaffungsexperten weisen darauf hin, dass die Kosten für Zinsabsicherungen steigen werden, wenn die Anleiheemission bis ins vierte Quartal 2026 verschoben wird.
Quelle: Europa Press (Transportes)