
Die Flughafen Wien AG begrüßte am 7. Juli 2026 die Verabschiedung einer lang erwarteten Novelle des österreichischen Luftfahrtgesetzes durch das Parlament. CEO Günther Ofner bezeichnete die Reformen als „positive Wende“ nach Jahren, in denen die Branche eine eher ablehnende Haltung gegenüber dem Luftverkehr wahrgenommen hatte. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen vereinfachte Zuverlässigkeitsprüfungen (ZÜP) für Flughafenmitarbeiter, schnellere Genehmigungsverfahren für neue Infrastruktur sowie vereinfachte Abläufe bei der Streckenzulassung. Das Gesetz gibt dem Verkehrsministerium zudem die Befugnis, verbindliche Service-Level-Ziele für die Grenzkontrollbesetzung festzulegen – ein entscheidender Schritt angesichts steigender Bearbeitungszeiten im EES-System. Die Flughafenleitung betont, dass der Abbau von Bürokratie essenziell ist, um im Wettbewerb um neue Langstreckenverbindungen gegenüber osteuropäischen Konkurrenten bestehen zu können. Austrian Airlines prüft den Einsatz ihres zweiten Boeing 787 auf der Strecke Wien–Seoul, sofern die Bodenabfertigungsgenehmigungen unter den neuen Regelungen innerhalb von 60 Tagen erteilt werden können. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) schätzt, dass die Reformen die Compliance-Kosten für Airlines und Bodenabfertiger um jährlich rund 12 Millionen Euro senken könnten, was Investitionen in die für 2027 geplante Infrastruktur für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) fördert. Ofner forderte die Gesetzgeber auf, im nächsten Schritt die Passagierflugticketsteuer zu senken und die „verzerrenden“ EU-Regeln zur Slotvergabe, die Mega-Hubs bevorzugen, zu überprüfen. Für Mobilitätsmanager in Unternehmen bedeuten die Änderungen mehr Flugoptionen und potenziell günstigere Tarife im Wiener Streckennetz.
Quelle: TOP News Österreich / APA-OTS