
Gewerkschaften, die Airbus-Mitarbeiter an den Standorten Madrid, Andalusien und Kastilien-La Mancha vertreten, haben am Abend des 9. Juli zu einem koordinierten Streik aufgerufen. Grund sind unter der Inflationsrate liegende Lohnangebote sowie strengere Anwesenheitsregeln vor Ort. Der Ausstand, der bis zum 31. Juli andauern könnte, folgt auf wochenlange sporadische Arbeitsniederlegungen in Frankreich und gefährdet das Ziel des Herstellers, 2026 insgesamt 870 Flugzeuge auszuliefern. Für Manager im Bereich globale Mobilität stellen die Arbeitskämpfe zwei Herausforderungen dar: Geschäftsreisen zu Airbus-Standorten könnten durch Streikposten und eingeschränkte Shuttle-Verkehre erschwert werden, und verzögerte Flugzeuglieferungen könnten die Flottenplanung der Airlines beeinträchtigen, was sich später im Jahr auf die Kapazitäten wichtiger Geschäftsverbindungen auswirkt. So warten etwa Iberia und Vueling auf A320neo-Modelle, die teilweise in Getafe und Illescas montiert werden. Bisher hat Spaniens größte Gewerkschaft CCOO sich dem Streik nicht angeschlossen, warnt jedoch, bei gescheiterten Verhandlungen ab dem 7. September eigene unbefristete Aktionen zu starten – was angesichts der Liefergipfel im Herbst längere Unruhen bedeuten könnte. Airbus erklärt, Notfallteams seien einsatzbereit, räumt aber ein, dass ein Ausweiten des Streiks „erhebliche Produktivitätseinbußen“ zur Folge hätte. Personalabteilungen mit Mitarbeitern bei Airbus oder dessen Zulieferern sollten Zugangshinweise zu den Standorten genau verfolgen, mit Homeoffice-Regelungen rechnen und ihre Reiseversicherungen auf Streik-bedingte Stornierungen überprüfen.
Quelle: Reuters via Euronext
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