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Frankreich und Großbritannien verstärken Grenzpersonal – EU-Ein- und Ausreisesystem weckt Befürchtungen vor Sommerstaus

Juli 13, 2026
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Frankreich und Großbritannien verstärken Grenzpersonal – EU-Ein- und Ausreisesystem weckt Befürchtungen vor Sommerstaus
Der Druck auf die Kanalübergänge in der Ferienzeit wird für Paris und London zunehmend zu einem strategischen Problem. Am Sonntag, den 12. Juli, kündigten die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander und der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot einen sofortigen Plan an, zusätzliche französische Grenzpolizisten in Dover, Folkestone und London St Pancras sowie an den gemeinsamen Kontrollstellen auf der französischen Seite des Kanaltunnels einzusetzen. Mit 20 Millionen Pfund aus dem britischen Schatzamt werden zusätzliche Passkontrollschalter, mobile biometrische Kioske und Überstunden für das französische Personal finanziert, als Ergänzung zu den bereits im Mai vereinbarten Infrastrukturmaßnahmen.

Die Notfallmaßnahmen sind eine direkte Reaktion auf das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union, das seit April vollständig in Betrieb ist. Nach EES muss jeder Nicht-EU-Reisende bei der ersten Überquerung einer externen Schengen-Grenze ein Gesichtsfoto und vier Fingerabdrücke abgeben. An stark frequentierten Standorten wie Dover und St Pancras stoßen die Kioske bei Spitzenzeiten an ihre Grenzen, sodass französische Beamte die Passagiere manuell registrieren müssen – ein Vorgang, der während des Mai-Halbjahresansturms die Reisezeit um bis zu viereinhalb Stunden verlängerte.

Frankreich und Großbritannien verstärken Grenzpersonal – EU-Ein- und Ausreisesystem weckt Befürchtungen vor Sommerstaus


Da die britischen Schulen diese Woche in die Sommerferien gehen, wird mit einem Verkehrsanstieg von 50 % im Vergleich zu einem normalen Wochenende gerechnet. Die Hafenbehörden warnten die Abgeordneten vor „völligem Chaos und kilometerlangen Staus“, falls keine Lösung gefunden werde. Operativ bedeutet die Vereinbarung, dass die Police aux Frontières an den Wochenenden mit hohem Reiseaufkommen bis zu 40 zusätzliche Beamte auf britischem Boden stationiert, während die britische Grenzschutzbehörde Überlaufspuren öffnet, um den Fahrzeugfluss zu den französischen Kontrollstellen aufrechtzuerhalten. Eurotunnel erhält zehn tragbare biometrische Tablets, damit französische Mitarbeiter Busreisende an Bord statt auf dem Bahnsteig registrieren können, und Eurostar wurde erlaubt, das Einsteigen der Züge in 30-Minuten-Intervallen zu staffeln, um Gedränge in den Empfangshallen zu vermeiden.

Für Unternehmen bringt die Maßnahme kurzfristige Entlastung: Logistikunternehmen befürchteten, dass verpasste Abfahrtszeiten Millionenstrafen nach sich ziehen könnten, während in Paris ansässige Firmen um ihre Mitarbeiter fürchteten, die unterwegs feststecken könnten. Dennoch bleibt das Grundproblem – die langsame biometrische Erfassung – ungelöst. Branchenverbände drängen weiterhin auf Brüssel, „vertrauenswürdige Reisende“ oder E-Gate-Optionen für häufige Geschäftsreisende zuzulassen, bevor die Übergangsfrist des Systems am 6. September endet. Bis dahin wird Unternehmen empfohlen, großzügige Zeitpuffer in Reisepläne einzubauen, Mitarbeiter wenn möglich vorab zu registrieren und die Live-Wartezeiten-Dashboards des Hafens Dover und von Getlink zu beobachten.
Quelle: The Guardian

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