
Obwohl der Großteil des Luftraums im Golf wieder geöffnet ist, zeigt eine Analyse von Economic Times Infra vom 14. Juli, dass mehr als ein Dutzend globaler Fluggesellschaften – darunter Lufthansa Group, British Airways, Singapore Airlines und Air Canada – weiterhin Flüge auf wichtigen Nahost-Strecken bis mindestens September aussetzen oder einschränken, bedingt durch die erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran. Für indische Passagiere hat dies doppelte Auswirkungen: Zum einen bleiben Verbindungen mit einem Zwischenstopp über Drehkreuze wie Dubai, Doha und Riad anfällig für kurzfristige Änderungen. Zum anderen verlängern Umwege die Flugzeit um bis zu 45 Minuten und erhöhen die Treibstoffzuschläge, wodurch die sonst üblichen Kosteneinsparungen bei der Routenführung über den Golf geschmälert werden. Während einige Airlines – etwa Air France, Turkish Airlines’ SunExpress und Delta (ab September) – ausgewählte Verbindungen wieder aufgenommen haben, liegen die Frequenzen weiterhin unter dem Niveau von 2025. Experten warnen, dass die Kapazitäten weiter knapper werden könnten, falls die Verhandlungen zur maritimen Sicherheit in der Straße von Hormus scheitern, da Fluggesellschaften das Risiko von Überflügen täglich neu bewerten. Sicherheitsteams im Reisebereich sollten daher die aktuellen Hinweise genau verfolgen, Pufferzeiten in Projektpläne einbauen und, wo möglich, Direktflüge zwischen Indien und Europa in Betracht ziehen. Auch Spediteure sind betroffen: Die geringere Kapazität im Frachtraum über Golf-Drehkreuze treibt bereits die Preise für zeitkritische Ersatzteile und Pharma-Lieferungen nach oben. Die Lage unterstreicht die Bedeutung eines dynamischen Luftfahrtrisiko-Managements in Mobilitätsprogrammen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Duty-of-Care-Plattformen Echtzeit-Informationen zu Flugstatus und geopolitischen Warnungen erfassen, um entsandten Mitarbeitern und Geschäftsreisenden bei weiteren Luftraumsperrungen schnell alternative Routen anbieten zu können.
Quelle: Economic Times Infra