
Kaum 24 Stunden nachdem Flandern offiziell Teslas „Full Self-Driving (überwacht)“-System genehmigt hat, entscheidet die Region Brüssel-Hauptstadt, ob autonome Fahrzeuge auf ihren Straßen erlaubt werden sollen. Das Dekret der flämischen Verkehrsministerin Annick De Ridder vom 14. Juli 2026 gilt landesweit – die Zulassung von Fahrzeugen in Belgien ist föderal geregelt – sodass Teslas Beta-Flotten prinzipiell bereits nächste Woche in der Hauptstadt unterwegs sein könnten. Die Brüsseler Verkehrsministerin Elke Van den Brandt erklärte am 15. Juli gegenüber *The Brussels Times*, die Region setze auf Automatisierung „auf Basis von Fakten, nicht von Hype“ und habe sich einer föderal-regionalen Arbeitsgruppe angeschlossen, die einen zweistufigen Rechtsrahmen ausarbeitet: Testregeln bis Ende 2026 und vollständige Zulassung bis Oktober 2028. Brüssel drängt zudem auf einen „regulatorischen Sandkasten“, der Betreiber zur Datenfreigabe und zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs verpflichtet. Für Expats und Firmenmitarbeiter mit Dienstwagen könnte dies die Pendelmuster grundlegend verändern. Versicherer rechnen damit, dass die Prämien für Fahrzeuge mit FSD zunächst um 15–20 % steigen könnten, während Arbeitgeber ihre Flotten-Sicherheitsrichtlinien anpassen müssen. Fahrdienstanbieter wie Bolt und Uber setzen sich dafür ein, Level-4-Shuttles zwischen Hotels im EU-Viertel und dem Brüsseler Flughafen vor der belgischen EU-Ratspräsidentschaft 2027 einzusetzen. Kritiker, darunter die Verbraucherorganisation Test-Achats, warnen, dass Teslas System eher ein fortschrittliches Fahrerassistenzsystem als echte Autonomie sei und der Verkehr zunehmen könnte, wenn leere Robo-Taxis auf Kundensuche unterwegs sind. Das Bundesverkehrsministerium bereitet daher Änderungen der Straßenverkehrsordnung vor, die Haftungs- und Cybersicherheitsfragen regeln sollen. Interessierte können bis zum 30. August Stellungnahmen zu den Entwürfen abgeben.
Quelle: The Brussels Times