
Neue Bundesstatistiken, die Immigration.ca vorliegen, zeigen, dass die Ankünfte im Rahmen des Programms für vorübergehende ausländische Arbeitskräfte (Temporary Foreign Worker Program, TFWP) im April 2026 im Jahresvergleich um 41 Prozent zurückgegangen sind. Dies bestätigt, dass Arbeitgeber zunehmend weniger auf ausländische Arbeitskräfte setzen, während die inländische Arbeitslosigkeit leicht ansteigt. Die monatlichen TFW-Ankünfte sind seit Ende 2024 kontinuierlich gesunken – von einem pandemiebedingten Höchststand von 10.940 auf nur noch 6.445 im April dieses Jahres. Ökonomen führen diesen Rückgang auf eine Kombination aus nachlassender Konsumnachfrage, strengeren Regelungen seit September 2024 und großzügigen Anreizen zur Beschäftigung von Kanadiern im Haushalt 2025 zurück. Branchen, die früher Schwierigkeiten hatten – wie Gastgewerbe, Lebensmittelverarbeitung und Einzelhandel – verzeichnen nun ein größeres Angebot an lokalen Bewerbern, was den Druck verringert, Arbeitsmarktprüfungen (Labour Market Impact Assessments, LMIAs) zu beantragen. Für multinationale Unternehmen mit großen saisonalen Betrieben bedeutet die neue Situation, dass die Personalplanung früher erfolgen muss. Personalabteilungen müssen vor der Beantragung von LMIAs nachweislich intensive Bemühungen um die Rekrutierung im Inland vorlegen und längere Bearbeitungszeiten einkalkulieren, da Service Canada Ressourcen verstärkt auf Compliance-Prüfungen statt auf die reine Bearbeitung von Anträgen konzentriert. Arbeitsrechtsvertreter begrüßen diese Entwicklung, da weniger TFW-Ankünfte das Risiko von Ausbeutung in Niedriglohnbranchen verringern. Landwirtschaftliche Betriebe warnen jedoch, dass ein anhaltender Rückgang die Ernte gefährden könnte, wenn Kanadier sich vor körperlich anstrengenden, ländlichen Jobs scheuen. Ottawa erklärt, die Vakanzdaten genau zu beobachten und bei kritischen Engpässen sektorale Obergrenzen anzupassen. Praktisch gesehen könnten ausländische Staatsangehörige, die bereits mit arbeitgeberspezifischen Arbeitserlaubnissen in Kanada sind, künftig Schwierigkeiten haben, Verlängerungen oder Arbeitgeberwechsel zu erhalten. Berater empfehlen daher, offene Arbeitserlaubnisse – etwa für Ehepartner oder das neue Pilotprogramm für ländliche Gemeinden – als Absicherung zu prüfen.
Quelle: Immigration.ca