
Die Regionalfluggesellschaft Skybus hat alle verbleibenden Flüge zwischen dem Flughafen Cornwall Newquay (NQY) und St Mary’s auf den Scilly-Inseln bis mindestens 31. August gestrichen und damit die einzige Flugverbindung auf dieser 30-minütigen Strecke abrupt unterbrochen. In einem am Donnerstagabend verschickten und am Freitagmittag von ITV veröffentlichten Schreiben machte die Airline „eine Kombination aus begrenzten Flugzeugen und reduzierter Verfügbarkeit von Piloten“ verantwortlich, die ihre operative Belastbarkeit in der Hochsaison zerstört habe. Alle Passagiere mit Buchungen ab Newquay werden kostenlos auf Skybus-Flüge ab Land’s End umgebucht – eine 80 Kilometer lange Fahrt, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zu drei Stunden dauert. Kostenlose Parkplätze und Gutscheine für Cafés werden angeboten, doch eine automatische Rückerstattung in bar wurde bislang nicht bestätigt, was Kritik von Reiserecht-Gruppen hervorruft. Die Einstellung erfolgt nur fünf Monate, nachdem die Fluggesellschaft den subventionierten Newquay-Gatwick-Vertrag im Rahmen der öffentlichen Dienstverpflichtung aufgab, als die staatliche Unterstützung gekürzt wurde. Für die Tourismusbranche auf den Inseln ist das ein harter Schlag: Juli und August machen etwa die Hälfte der jährlichen Besucherausgaben auf Scilly aus. Hoteliers befürchten kurzfristige Stornierungen, da Festlandfamilien die zusätzlichen Anfahrtswege scheuen, während Frachtkunden nun stärker auf die wetterabhängige Scillonian-Fähre angewiesen sind. Unternehmen mit dringenden Terminen auf dem Festland müssen Hubschraubercharter zu Kosten von bis zu 2.000 Pfund pro Strecke in Betracht ziehen oder 12-stündige Rundreisen über Penzance und Straße in Kauf nehmen. Der Vorfall zeigt auch die Zerbrechlichkeit des regionalen Luftfahrt-Ökosystems im Vereinigten Königreich. Kleinere Fluggesellschaften hatten Schwierigkeiten, ihre Besatzungen nach pandemiebedingten Kurzarbeitphasen wieder aufzubauen und verloren dann Flugpersonal an besser bezahlte Airlines aus dem Golfraum und den USA während der Kapazitätsengpässe nach dem Iran-Krieg. Die British Airline Pilots’ Association (BALPA) fordert die Regierung auf, die Umwandlung von Militärpilotenlizenzen zu beschleunigen und die Quoten für Youth-Mobility-Visa zu erhöhen, um ausländische Co-Piloten anzuziehen. Firmen, deren Mitarbeiter in Cornwall oder auf den Inseln in Energie- und Naturschutzprojekten tätig sind, wird geraten, Reiseversicherungen und Notfall-Evakuierungspläne zu überprüfen. Arbeitgeber könnten zudem haftungsrechtlich in die Pflicht genommen werden, wenn Mitarbeiter kurzfristig zu langen Fahrten auf der Straße gezwungen werden, nachdem sich Flugpläne geändert haben.
Quelle: ITV News West Country
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