
Der fahrerlose Skymetro am Flughafen Zürich, die unterirdische Shuttle-Verbindung zwischen dem zentralen Airside Center und dem Fernverkehrsterminal E, erlitt am Montag, den 20. Juli, um 15:15 Uhr eine Stromunterbrechung. Der Zug blieb mit etwa 50 Passagieren auf halber Strecke des 1,1 km langen Tunnels stehen. Flughafenfeuerwehrleute begleiteten die Reisenden über einen speziellen Servicegang zur nächstgelegenen Station; die Evakuierung dauerte 30 Minuten, und eine Stunde später war das System wieder in Betrieb. Der Vorfall führte zu keinen Flugverspätungen, verdeutlichte jedoch die Anfälligkeit von Hub-Operationen für Störungen in der „letzten Meile“ der Infrastruktur. Da der Skymetro die einzige Verbindung zwischen Land- und Luftseite für Non-Schengen-Flüge darstellt, könnte eine längere Ausfallzeit erhebliche Auswirkungen auf Umsteigepassagiere und enge Crew-Rotationen haben. Im Juni wurden am Flughafen Zürich durchschnittlich 463 Flüge pro Tag abgewickelt, davon ein Drittel mit Anschlussflügen, weshalb Notfallpläne von großer Bedeutung sind. Die Flughafen Zürich AG erklärte, dass die nach einem Ausfall im Jahr 2024 eingeführte Batteriereserve und Evakuierungsübungen wirksam waren; dennoch wurde eine externe Prüfung der Stromversorgung und der Steuerungssoftware in Auftrag gegeben. Fluggesellschaften mit abendlichen Fernflügen wurden am Montag vorsorglich gebeten, die Gates zehn Minuten länger offen zu halten. Für Geschäftsreisende ist der Vorfall eine Erinnerung daran, bei Weiterflügen ab Zürich Zeitpuffer einzuplanen und Reisende für die Störungswarn-App des Flughafens zu registrieren. Mobilitätsanbieter wiesen darauf hin, dass die für 2027 geplante Erweiterung der Passkontrollhalle und zusätzliche e-Gates ein zweites Passagiertransportsystem zur Redundanz enthalten wird. Obwohl der Fehler geringfügig war, erfolgt er vor dem Hintergrund verstärkter europäischer Kontrollen automatisierter Personenbeförderungssysteme nach ähnlichen Ausfällen in Frankfurt und Madrid, was darauf hindeutet, dass die Regulierungsbehörden bald strengere Wartungsberichtspflichten für Luft-Schienen-Systeme einführen könnten.
Quelle: SWI swissinfo.ch