
Spät am 22. Juli erließ das US-Bezirksgericht für Massachusetts eine einstweilige Verfügung, die Zehntausenden Inhabern eines vorübergehenden Schutzstatus (TPS) und Asylsuchenden, deren Arbeitserlaubnis um Mitternacht abzulaufen drohte, eine Atempause verschafft. Der Fall – Venezuelan Association of Massachusetts gegen USCIS – richtet sich gegen eine kürzlich erlassene Regierungsrichtlinie, die die Gültigkeit der TPS-Arbeitserlaubnis (EAD) auf nur ein Jahr verkürzen und erstmals eine jährliche Gebühr für Asylanträge gemäß H.R. 1 einführen würde. Das Urteil von Richterin Eleanor Ross untersagt USCIS, 1) TPS-EADs gemäß der angefochtenen Auslegung ablaufen zu lassen und 2) Asylanträge wegen Nichtzahlung der neuen Asylgebühr (AAF) abzulehnen oder zu beenden. Die Verfügung gilt mindestens bis zum 5. August, wenn das Gericht über eine dauerhafte Aussetzung entscheidet. Die Auswirkungen auf Unternehmen sind unmittelbar spürbar. Hunderte Arbeitgeber bereiteten sich darauf vor, TPS-Arbeitnehmer – viele aus El Salvador, Sudan und der Ukraine – bis zur Erneuerung der EADs unbezahlten Urlaub zu gewähren. Die Verfügung sichert deren Arbeitsgenehmigung vorerst und verhindert teure Produktionsausfälle sowie Chaos bei der I-9-Neuverifizierung. Unternehmen sollten die Gerichtsentscheidung in den I-9-Akten dokumentieren und auf weitere USCIS-Anweisungen zur Einhaltung achten. Strategisch zeigt die Entscheidung die gerichtliche Skepsis gegenüber den aggressiven Gebührenforderungen der Regierung. Sollte die Aussetzung dauerhaft werden, könnte der Kongress unter Druck geraten, die AAF-Gebühr zu überdenken, da Migrantenrechtsgruppen argumentieren, dass sie Flüchtlinge faktisch vom Schutz ausschließt. Gewinnt die Regierung hingegen, könnten Arbeitgeber künftig jedes Jahr im Juli mit auslaufenden EADs rechnen, sofern keine automatischen Verlängerungsregeln eingeführt werden. Nächste Schritte: Personalabteilungen sollten 1) eine Bestandsaufnahme der Mitarbeiter mit TPS-basierten EADs, die in den nächsten 90 Tagen ablaufen, vornehmen, 2) die Führungskräfte über die vorübergehende Natur der Verfügung informieren und 3) alternative Personalpläne für den Fall vorbereiten, dass die Aussetzung im August aufgehoben wird.
Quelle: Fragomen Immigration Alert
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