
Im neuesten Zeichen für die härtere Haltung der Trump-Administration gegenüber hochqualifizierter Migration hat das US-Arbeitsministerium (DOL) vier Arbeitgeber auf seine öffentliche Sperrliste gesetzt, wodurch ihnen für bis zu drei Jahre die Einreichung neuer H-1B-Anträge untersagt wird. Laut am Freitag veröffentlichten Mitteilungen wurden GowraTech LLC, Renotek Group LLC, Seeloz Inc. und Sherwood Academy (Sherwood at Mount Dora Inc.) wegen „vorsätzlicher“ Verstöße gegen die Regeln der Labor Condition Application (LCA) – die Löhne und Arbeitsbedingungen für ausländische Fachkräfte regeln – sanktioniert. Die Einstufung als „vorsätzlicher Verletzer“ ist die schwerwiegendste Sanktion nach dem H-1B-Gesetz. Sie folgt auf eine konfrontative Untersuchung und in einigen Fällen auf Verfahren des Justizministeriums. Während der Sperrfrist – je nach Unternehmen von Mai 2025 bis März 2028 – dürfen die vier Firmen keine neuen H-1B-Arbeitnehmer sponsern oder bestehende Anträge verlängern. Aktuelle Mitarbeiter dürfen bis zum Ablauf ihrer Visa bleiben, sollten jedoch einen Wechsel zu einem anderen Sponsor in Erwägung ziehen, um ihren Aufenthaltsstatus zu sichern. Bedeutung für Unternehmen: Die Durchsetzungsmaßnahme sendet eine deutliche Warnung an Personalvermittler und Tech-Start-ups, die auf H-1B-Fachkräfte setzen, insbesondere angesichts der rekordverdächtig niedrigen Arbeitslosigkeit. Mit dem Beginn der Antragsfrist für das Fiskaljahr 2027 in nur acht Monaten müssen Arbeitgeber mit verstärkten LCA-Prüfungen, Vor-Ort-Untersuchungen und hohen Bußgeldern bei Fehlern in der Dokumentation rechnen. Die schwarze Liste dient zudem als Due-Diligence-Instrument für multinationale Konzerne, die IT- oder Analyseaufträge outsourcen; die Zusammenarbeit mit gesperrten Unternehmen kann Hauptauftragnehmern sekundäre Haftung einbringen. Einwanderungsrechtliche Berater empfehlen proaktive LCA-Selbstprüfungen, die Aktualisierung von Lohnumfragen auf Basis der Occupational Employment and Wage Statistics (OEWS) von Juli 2026 sowie die Vorbereitung von Notfallplänen für die Mobilität von Fachkräften – etwa durch interne Transfers mit L-1-Visa oder Nearshoring nach Kanada oder Mexiko. Ausländische Fachkräfte sollten ihre Lebensläufe aktuell halten und bereit sein, im Rahmen der Portabilitätsregeln des American Competitiveness in the 21st Century Act (AC21) zu konformen Sponsoren zu wechseln. Die Verschärfung passt zu den umfassenderen Bemühungen der Regierung: Erst letzten Monat startete das Office of Inspector General eine landesweite Betrugsuntersuchung, in der explizit große IT-Outsourcer genannt wurden. Beobachter erwarten, dass das DOL vor der Eröffnung der FY-2027-Lotterie im März weitere Sperrmitteilungen veröffentlicht, was die Einhaltung der Vorschriften zu einem entscheidenden Thema auf Vorstandsebene macht.
Quelle: NDTV Profit