
Italiens Luftfahrtbehörde ENAC nutzte die Eröffnungssendung „Sustainability Voice“ des Innovation & Sustainability Forum in Neapel am 18. September, um ihre Strategie für eine umweltfreundlichere und effizientere Passagier- und Frachtluftfahrt vorzustellen. Carlo Marfisi, Regionaldirektor für Kampanien, betonte gegenüber regionalen Vertretern und Branchenakteuren, dass die Digitalisierung von Prozessen wie dem biometrischen Ein- und Ausstiegssystem in Kombination mit Anreizprogrammen für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) entscheidend sei, um Italiens Wettbewerbsfähigkeit als Geschäftsreisedestination zu sichern. Marfisi bestätigte, dass ENAC derzeit Richtlinien für multimodale Flughafenknotenpunkte erarbeitet, bei denen bis 2029 Hochgeschwindigkeitszugverbindungen, elektrische Bus-Shuttles und eVTOL-Air-Taxis in einer einzigen Passagierplattform integriert werden sollen. Die Behörde plant zudem, im kommenden Jahr eine Umwelt-Bewertung für italienische Flughäfen zu veröffentlichen, die den CO₂-Ausstoß pro Passagierkilometer sowie den Anteil der Bodenabfertigungsprozesse mit festem elektrischem Strom misst. Für Geschäftsreisemanager bringt der Fahrplan sowohl Chancen als auch neue Compliance-Anforderungen mit sich. Ab 2027 erhalten Airlines, die von Rom und Mailand starten, Startzeitfenster-Priorität, wenn sie Mindestanteile an SAF erfüllen; Unternehmen mit hohem Inlandsflugaufkommen könnten von zuverlässigeren Abflugzeiten profitieren, müssen aber mit Anpassungen bei Treibstoffzuschlägen rechnen. Die Diskussion im Forum hob die wachsende Rolle regionaler Behörden bei der Finanzierung der sogenannten „letzten Meile“ hervor – besonders relevant für Logistikunternehmen, die die Häfen von Neapel und Salerno nutzen. Die Teilnehmer forderten eine beschleunigte Einführung wasserstofffähiger Infrastruktur, um Italiens Spitzenposition auf den Mittelmeer-Handelsrouten zu sichern. ENAC wird im Oktober eine sechswöchige öffentliche Konsultation zu den Entwurfsrichtlinien starten. Multinationale Unternehmen sind eingeladen, insbesondere zur geplanten Integration von CO₂-Berichtsdaten in die Passagierrechte-Charta Stellung zu nehmen.
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