
Nur wenige Stunden nach Inkrafttreten der neuesten sechsmonatigen Grenzkontrollperiode in Österreich hat die innenpolitische Debatte über deren Rechtmäßigkeit an Fahrt aufgenommen. Das investigative Medium ZackZack veröffentlichte am 18. September einen ausführlichen Bericht, der erfolgreiche Gerichtsverfahren gegen österreichische und deutsche Kontrollen beleuchtet und den Verfassungsrechtler Hubert Niedermayr zitiert. Dieser bezeichnete das seit einem Jahrzehnt bestehende „vorübergehende“ Kontrollregime als Verstoß gegen grundlegende EU-Freiheiten. Niedermayr, dessen Klage 2019 an der Spielfeld-Grenze den Europäischen Gerichtshof dazu brachte, die langanhaltenden Kontrollen für rechtswidrig zu erklären, kritisiert, dass Wien die Gerichtsentscheidungen ignoriert, indem es die Maßnahmen immer wieder aus denselben Sicherheitsgründen verlängert. Er hat nun eine neue Beschwerde eingereicht und wirft den Entscheidungsträgern vor, „parteipolitische Interessen über Grundrechte zu stellen“.
Bemerkenswert ist, dass Außenministerin Beate Meinl-Reisinger gegenüber dem Medium erklärte, sie habe sich mit dem Innenministerium darauf verständigt, zumindest einige der stationären Kontrollstellen zugunsten einer risikobasierten mobilen Polizeipräsenz innerhalb der Grenzzone abzubauen. Zwar wurde kein konkreter Zeitplan genannt, doch ist dies die erste Äußerung eines Regierungsmitglieds seit 2015, die auf eine Reduzierung des Kontrollsystems hindeutet. Wirtschaftsverbände begrüßen diese Aussicht. Die Industriellenvereinigung schätzt, dass die dauerhaften Kontrollen den Exporteuren allein durch längere Lkw-Wendezeiten jährlich bis zu 50 Millionen Euro an Produktivitätsverlusten kosten. Tourismusorganisationen weisen zudem darauf hin, dass die Unsicherheit an wenig frequentierten Grenzübergängen in Burgenland und der Steiermark Tagesbesucher aus Ungarn und Slowenien abschreckt.
Ob der politische Wille dem rechtlichen Druck tatsächlich folgt, bleibt abzuwarten. Eine teilweise Lockerung müsste zudem mit den neu verlängerten Kontrollen Deutschlands koexistieren, sodass Reisende in Richtung Norden weiterhin mit Kontrollen rechnen müssen. Unternehmen sollten daher ihre aktuellen Compliance-Routinen beibehalten, aber ministerielle Aussagen aufmerksam verfolgen, um auf eine schrittweise Umstellung auf mobile Stichprobenkontrollen vorbereitet zu sein, die die Staus an wichtigen Güterverkehrskorridoren wie der A4 und der A9 verringern könnten.
Bemerkenswert ist, dass Außenministerin Beate Meinl-Reisinger gegenüber dem Medium erklärte, sie habe sich mit dem Innenministerium darauf verständigt, zumindest einige der stationären Kontrollstellen zugunsten einer risikobasierten mobilen Polizeipräsenz innerhalb der Grenzzone abzubauen. Zwar wurde kein konkreter Zeitplan genannt, doch ist dies die erste Äußerung eines Regierungsmitglieds seit 2015, die auf eine Reduzierung des Kontrollsystems hindeutet. Wirtschaftsverbände begrüßen diese Aussicht. Die Industriellenvereinigung schätzt, dass die dauerhaften Kontrollen den Exporteuren allein durch längere Lkw-Wendezeiten jährlich bis zu 50 Millionen Euro an Produktivitätsverlusten kosten. Tourismusorganisationen weisen zudem darauf hin, dass die Unsicherheit an wenig frequentierten Grenzübergängen in Burgenland und der Steiermark Tagesbesucher aus Ungarn und Slowenien abschreckt.
Ob der politische Wille dem rechtlichen Druck tatsächlich folgt, bleibt abzuwarten. Eine teilweise Lockerung müsste zudem mit den neu verlängerten Kontrollen Deutschlands koexistieren, sodass Reisende in Richtung Norden weiterhin mit Kontrollen rechnen müssen. Unternehmen sollten daher ihre aktuellen Compliance-Routinen beibehalten, aber ministerielle Aussagen aufmerksam verfolgen, um auf eine schrittweise Umstellung auf mobile Stichprobenkontrollen vorbereitet zu sein, die die Staus an wichtigen Güterverkehrskorridoren wie der A4 und der A9 verringern könnten.
Quelle: ZackZack
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