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Ryanair streicht 1,1 Millionen Sitzplätze ab Charleroi nach Ankündigung von Steuererhöhungen

Jan. 18, 2026
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Ryanair streicht 1,1 Millionen Sitzplätze ab Charleroi nach Ankündigung von Steuererhöhungen
Die Billigfluggesellschaft Ryanair wird ihr Sitzplatzangebot am Flughafen Brüssel Süd Charleroi für die Sommersaison 2026 um 1,1 Millionen Passagiersitze reduzieren – und 2027 um weitere 1,1 Millionen –, nachdem die Bundes- und Kommunalbehörden deutliche Erhöhungen der belgischen Abflugsteuern bestätigt haben. Ab April 2026 erhebt die Stadt Charleroi eine zusätzliche Gebühr von 3 € pro abfliegendem Passagier, und ab dem 1. Januar 2027 wird die nationale Flugsteuer von 2 € auf 10 € angehoben. Geschäftsführer Michael O’Leary bezeichnete die Maßnahmen als „dämliche Steuern auf die Vernetzung“ und drohte damit, Flugzeuge in Märkte mit niedrigeren Steuern wie Schweden, Ungarn und Italien umzuleiten.

Charleroi ist zu über 70 % vom Ryanair-Verkehr abhängig, weshalb der Kapazitätsabbau bis zu 400 Arbeitsplätze im Bodenservice und Einzelhandel gefährden könnte. Besonders betroffen sind Strecken nach Spanien, Italien und Osteuropa – beliebt bei KMU und Besuchern bei Freunden und Verwandten (VFR) –, was Passagiere dazu zwingen wird, über Brüssel-Zaventem oder ausländische Drehkreuze umzusteigen.

Ryanair streicht 1,1 Millionen Sitzplätze ab Charleroi nach Ankündigung von Steuererhöhungen


Für Geschäftsreisende bedeutet die Entscheidung voraussichtlich höhere Preise und längere Reisezeiten. Analysten von OAG prognostizieren nach Umsetzung der Kürzungen einen Anstieg der durchschnittlichen Ticketpreise um 8–12 % auf den betroffenen Strecken. Unternehmen müssen möglicherweise auch ihre Spesenregelungen und Vorlaufzeiten für Reisegenehmigungen anpassen, insbesondere wenn neue Verbindungen Zwischenstopps außerhalb des Schengen-Raums erfordern, die zusätzliche Transitvisakontrollen nach sich ziehen.

Die belgische Regierung argumentiert, dass die erhöhten Abgaben das Land an das Niveau der Nachbarstaaten angleichen und die Klimaziele unterstützen, und verweist auf ähnliche Ökosteuerregelungen in Frankreich und Deutschland. Die Fluggesellschaften entgegnen, dass der Verkehr einfach auf Flughäfen jenseits der Grenze ausweichen werde, was die Emissionsziele untergrabe und die lokale Beschäftigung schade.

Multinationale Unternehmen mit Pendlern zwischen Belgien und Südeuropa sollten ihre Reisenden frühzeitig informieren und die Sommerkapazitäten sichern, solange noch Plätze verfügbar sind. Einige Mobilitätsteams prüfen derzeit Kombinationen aus Bahn und Flug über Paris oder Amsterdam oder fördern virtuelle Meetings, wo möglich, bis sich der Markt stabilisiert.
Quelle: VisaHQ Global Mobility News

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