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Schweiz plant Sommer-Referendum zur SVP-Initiative für Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen

Feb. 13, 2026
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Schweiz plant Sommer-Referendum zur SVP-Initiative für Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen
Der Schweizer Bundesrat bestätigte am 12. Februar 2026, dass die Stimmberechtigten am 10. Juni darüber entscheiden werden, ob sie die Volksinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) „Nein zu einem 10-Millionen-Schweiz“ unterstützen. Die Initiative würde Bern verpflichten, zu handeln, sobald die ständige Wohnbevölkerung 9,5 Millionen überschreitet, und sich aus dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der EU und der Schweiz zurückzuziehen, wenn die Bevölkerung 10 Millionen erreicht. Ende des dritten Quartals 2025 lag die Schweizer Bevölkerung bei 9,1 Millionen, davon rund 27 % Ausländer.

Wirtschaftsverbände wie Economiesuisse und der Schweizerische Bankierverband warnen, dass der Vorschlag mehr als 120 bilaterale Abkommen gefährden würde, die Schweizer Exporteuren bevorzugten Zugang zum EU-Binnenmarkt sichern. Multinationale Unternehmen wie Roche, UBS und Nestlé, die auf EU-Ingenieure, Pflegekräfte und Forscher angewiesen sind, befürchten, dass sie wertschöpfende Funktionen ins Ausland verlagern müssten, falls die Rekrutierung erschwert wird. Bundesrat und beide Parlamentskammern empfehlen den Bürgern bereits, die Initiative abzulehnen.

Schweiz plant Sommer-Referendum zur SVP-Initiative für Bevölkerungsobergrenze von 10 Millionen


Die Freizügigkeit ist seit 2002 ein Grundpfeiler der Mobilitätsplanung von Unternehmen und ermöglicht es Arbeitgebern, EU-Mitarbeitende innerhalb weniger Tage mit einer einfachen Online-Meldung in die Schweiz zu entsenden. Eine Obergrenze würde Quoten, Arbeitsmarktprüfungen und im schlimmsten Fall vollständige Visapflichten wieder einführen, was die Vorlaufzeiten für Entsendungen um Wochen verlängert und die Attraktivität der Schweiz als europäischer Hauptsitz schwächt.

Für Global-Mobility-Manager ist der politische Zeitplan eng: Sollte die Initiative am 10. Juni angenommen werden, hätte der Bundesrat nur zwölf Monate Zeit, um die Umsetzungsgesetzgebung vorzulegen. Personalabteilungen erfassen bereits kritische Positionen, die von EU-Bürgern besetzt sind, und prüfen Notfallpläne wie Doppelvertragsmodelle oder Verlegungen in die Nachbarländer Frankreich oder Deutschland. Unternehmen mit Graduate-Rotations- oder Kurzzeitentsendungsprogrammen sollten zudem Kommunikationswege für betroffene Mitarbeitende vorbereiten.

Die Abstimmung wird ein Gradmesser für die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU nach dem Entwurf des Rahmenabkommens im vergangenen Jahr sein. Eine Ablehnung würde Bern in der Endphase der Verhandlungen stärken; eine Annahme könnte zwei Jahrzehnte Arbeitsmobilitätsintegration zunichtemachen und Vergeltungsmaßnahmen aus Brüssel nach sich ziehen, etwa strengere Marktzugangsregeln für in der Schweiz ansässige Dienstleister.
Quelle: The Guardian

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