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Polnischer Oberster Verwaltungsgerichtshof erkennt im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen an

März 22, 2026
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Polnischer Oberster Verwaltungsgerichtshof erkennt im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen an
In einer wegweisenden Entscheidung vom 20. März 2026 hat Polens Oberster Verwaltungsgerichtshof (Naczelny Sąd Administracyjny – NSA) festgelegt, dass Standesämter Eheurkunden gleichgeschlechtlicher Paare, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat rechtsgültig geheiratet haben, anerkennen und eintragen müssen. Das Urteil setzt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom November 2025 in der Rechtssache Cupriak-Trojan und Trojan gegen den Woiwoden von Masowien um, die feststellte, dass die Weigerung, solche Ehen zu registrieren, gegen die EU-Freizügigkeitsregeln verstößt.

Obwohl die polnische Verfassung die Ehe als „Verbindung zwischen Mann und Frau“ definiert, stellte der NSA klar, dass diese Bestimmung die staatliche Verpflichtung zur Einhaltung der EU-Vorgaben zu Freizügigkeit und Familienzusammenführung nicht außer Kraft setzt. Das Gericht betonte, dass Artikel 2 der Richtlinie 2004/38/EG ausdrücklich „den Ehepartner“ als Familienmitglied nennt, das automatisch das Recht hat, den EU-Bürger bei der Ausübung der Freizügigkeit zu begleiten oder sich ihm anzuschließen – unabhängig vom Geschlecht des Paares.

Folglich müssen die polnischen Behörden dem nicht-polnischen Ehepartner nach der Eintragung der ausländischen Ehe eine PESEL-Nummer, eine Aufenthaltserlaubnis sowie alle daraus resultierenden Leistungen (wie Zugang zum nationalen Gesundheitssystem) ausstellen. Für multinationale Arbeitgeber und Mobility-Manager beseitigt die Entscheidung eine langjährige rechtliche Grauzone. Bislang mussten gleichgeschlechtliche Ehepartner, die nach Polen entsandt wurden, oft auf kurzfristige Schengen-Visa zurückgreifen oder separate Arbeitserlaubnisse beantragen, was Compliance-Risiken und ungleiche Leistungspakete zur Folge hatte.

Personalabteilungen können nun verheiratete gleichgeschlechtliche Partner bei der Planung von Langzeitentsendungen, Begleitpersonenleistungen oder innergemeinschaftlichen Versetzungen genauso behandeln wie verschiedengeschlechtliche Ehepartner. Unternehmen mit Diversity-Richtlinien werden die administrative Klarheit begrüßen; die Gewährleistung gleicher Behandlung wird für globale Investoren zunehmend zu einem wichtigen ESG-Kriterium.

Polnischer Oberster Verwaltungsgerichtshof erkennt im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen an


Praktisch sollten ausländische Paare jedoch mit Übergangsproblemen rechnen. Standesämter haben 30 Tage Zeit, ihre Abläufe anzupassen, und das Innenministerium muss die IT-Systeme aktualisieren, damit geschlechtsneutrale Ehedaten erfasst werden können. Einwanderungsberater empfehlen, bis zur Einführung neuer Formulare eine beglaubigte Kopie der ausländischen Heiratsurkunde (plus Apostille und beglaubigte Übersetzung) zusammen mit einem Ausdruck des NSA-Urteils einzureichen.

Das Urteil schafft keine vollständige Ehegleichstellung in Polen – gleichgeschlechtliche Paare können weiterhin nicht im Inland heiraten –, öffnet jedoch den Zugang zu Aufenthalts-, Arbeits- und Sozialversicherungsrechten für bereits im Ausland verheiratete Paare. Experten prognostizieren, dass Polen nun unter Druck geraten wird, entweder die Eheschließung im Inland zu erlauben oder ein Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft einzuführen, ähnlich wie in den Nachbarländern Tschechien und Kroatien.

Die Entscheidung setzt zudem einen juristischen Präzedenzfall für andere mittel- und osteuropäische Länder, die sich bisher weigerten, gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen, insbesondere die Slowakei, Rumänien und Bulgarien. Indem der NSA die Anerkennung als unvermeidbare Folge des Freizügigkeitsrechts und nicht des Familienrechts darstellt, könnte er Gerichten in diesen Ländern einen Weg aufzeigen, um der EuGH-Rechtsprechung zu entsprechen und gleichzeitig verfassungsrechtliche Verbote gleichgeschlechtlicher Ehen zu umgehen.

Für Fachleute im Bereich globale Mobilität signalisiert das Urteil somit eine breitere regionale Entwicklung, die die grenzüberschreitende Entsendung von LGBT+-Talenten entlang der östlichen EU-Grenze erleichtern wird.
Quelle: Recognition of same-sex unions in Poland — Wikipedia (citing DW.com)

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