
Nur wenige Stunden nach den massiven Verspätungen am Flughafen Charles de Gaulle erlitt die französische Luftfahrt am 31. März einen weiteren Rückschlag: An den Flughäfen Charles de Gaulle, Nizza-Côte d’Azur und Marseille-Provence wurden insgesamt 13 planmäßige Abflüge komplett gestrichen. Die betroffenen Flüge – bestätigt durch Live-Flugpläne und hervorgehoben von Travel And Tour World – betreffen sowohl transatlantische als auch inner-europäische Verbindungen, darunter Deltas Flaggschiff Paris–Los Angeles und Lufthansas lukrative Frankfurt-Verbindung. Brancheninsider führen die Ausfälle auf Verstöße gegen die Dienstzeitregelungen der Crew sowie auf Probleme bei der Flugzeugpositionierung zurück, die durch die Verspätungen am Vortag ausgelöst wurden. Airlines verweisen zudem auf den zunehmenden Druck auf die Grenzkontrollressourcen, da die vorgezogenen EES-„Schatten“-Registrierungstests Personal von den Luftseit-Operationen abziehen. Für Firmen mit Mobilitätsprogrammen hat dies doppelte Auswirkungen: Zum einen zwingen gestrichene Langstreckenflüge in Ost-West-Richtung zu teuren Last-Minute-Hotelübernachtungen oder komplizierten Umleitungen über Sekundärdrehscheiben wie Madrid oder Zürich. Zum anderen unterbrechen ausgefallene Kurzstreckenverbindungen (z. B. CDG–Düsseldorf, NCE–Kopenhagen) häufig genutzte Weiterreiseverbindungen mit Bahn und Flugzeug, die Projektteams unter den strengen Schengen-90/180-Tage-Regeln benötigen. Reise-Risikoberater empfehlen Unternehmen daher, ein „Day-0-Monitoring“ einzuführen – also Flüge in den 24 Stunden vor Abflug alle sechs Stunden zu überprüfen – und eine Liste alternativer Routen zu pflegen, die Frankreich komplett umgehen, wenn die Mission kritisch ist. Einige multinationale Unternehmen setzen bis nach Ostern verstärkt auf Videokonferenzen für nicht dringende Meetings. Blickt man voraus, haben die Gewerkschaften der Fluglotsen für April sporadische Streiks angedeutet, falls im kommenden Luftfahrtfinanzgesetz keine zusätzlichen Stellen eingeplant werden. Das Verkehrsministerium hat für den 2. April eine Krisenrunde mit den Flughafenchefs einberufen, um Notfall-Personalpläne und Passagierflussmodelle zu besprechen.
Quelle: Travel And Tour World