
Offizielle Notarstatistiken vom 9. April zeigen, dass ausländische Staatsangehörige in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 insgesamt 66.629 frei verkäufliche Immobilien in Spanien erworben haben – ein Rückgang von 4,4 % im Jahresvergleich und der stärkste Einbruch seit der Erholung nach der Pandemie. Der Rückgang konzentriert sich vor allem auf Nicht-Residenten (-15,1 %), die zuvor mit dem Goldenen Visum für hochpreisige Transaktionen verantwortlich waren. Dieses Programm wurde von der spanischen Regierung im Sommer 2025 eingestellt. Dennoch offenbart die Statistik eine Paradoxie: Während die Kaufzahlen sinken, stiegen die durchschnittlichen Preise, die Nicht-Residenten zahlten, um 5,8 % auf 3.242 € pro m², verglichen mit 1.839 € für spanische Staatsbürger. Juristen berichten, dass wohlhabende Investoren weiterhin großes Interesse an spanischem Immobilienbesitz haben, ihre Käufe jedoch zunehmend über Aufenthaltsgenehmigungen für Unternehmer oder digitale Nomaden abwickeln – beide mit niedrigeren Investitionsschwellen, aber strengeren Anforderungen an die wirtschaftliche Aktivität. Regional verzeichnete Madrid den stärksten Rückgang der ausländischen Nachfrage (-20,3 %), gefolgt von den Kanarischen und Balearischen Inseln mit etwa -10 %. Valencia und Andalusien, traditionelle Hotspots für britische Rentner und deutsche Zweitwohnsitzbesitzer, behielten den Löwenanteil der Nicht-Residenten-Transaktionen und machten zusammen fast zwei Drittel aller Käufe aus. Für Manager im Bereich Umzug und Entsendung ist diese Entwicklung von Bedeutung. Ohne die früher automatisch mit einem Immobilienkauf ab 500.000 € verbundenen Aufenthaltsrechte benötigen Führungskräfte nun ein Visum, das ihren Aufenthalt an eine wirtschaftliche Tätigkeit knüpft – sei es eine hochqualifizierte Arbeitserlaubnis, der digitale Nomadenweg des Startup-Gesetzes oder eine innerbetriebliche Versetzung. Arbeitgeber sollten ihre Mobilitätspolitik überdenken, die bisher Immobilieninvestitionen als Teil von Vergütungspaketen einkalkulierte. Immobilienberater warnen zudem, dass das begrenzte Angebot in erstklassigen Küstenregionen die Preise trotz sinkender Transaktionszahlen hochhalten wird, was bedeutet, dass Wohnungszuschüsse für Entsandte steigen könnten, während sich das gesetzliche Umfeld für passive Investoren weiter verschärft.
Quelle: Agencia EFE
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