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Tschechischer Betreiber RegioJet verlässt den polnischen Bahnmarkt und beklagt „ungleiche Wettbewerbsbedingungen“

Apr. 14, 2026
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Tschechischer Betreiber RegioJet verlässt den polnischen Bahnmarkt und beklagt „ungleiche Wettbewerbsbedingungen“
Nur vier Monate nach dem Start seiner ersten Inlandszüge in Polen kündigte der offene Betreiber RegioJet am 13. April an, beide Verbindungen bis zum 3. Mai 2026 einzustellen. Das Unternehmen gibt an, dass der Infrastrukturbetreiber PKP PLK und der staatliche Anbieter PKP Intercity Prioritäten bei den Fahrplänen und Stationsgebühren durchgesetzt haben, die einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich machten. Die Einstellung betrifft die Strecken Warschau–Łódź und Krakau–Gdynia, die von Geschäftsreisenden als kostengünstigere und häufigere Alternative zu den staatlichen Angeboten begrüßt wurden. Rund 8.000 im Voraus gebuchte Tickets werden erstattet, und RegioJet bietet betroffenen Mitarbeitern Versetzungen in seine tschechischen und slowakischen Netze an. Eisenbahnexperten sehen in dem Rückzug ein Signal, dass allein die EU-Regelungen zum offenen Zugang nicht ausreichen, um die Dominanz von PKP Intercity zu brechen. Für Firmenmobilitätsplaner bedeutet dies kurzfristig eine Störung der Reisepläne: Reisende mit RegioJet-Buchungen für Mai-Termine müssen oft zu höheren Last-Minute-Preisen auf PKP Intercity oder FlixTrain umbuchen. Der Vorfall könnte auch die Investorenstimmung für Polens geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke im Rahmen des Mega-Projekts Centralny Port Komunikacyjny (CPK) dämpfen. „Wenn ein gut kapitalisiertes Unternehmen wie RegioJet heute keine fairen Trassen erhält, werden kleinere Anbieter zweimal überlegen, ob sie sich um zukünftige Konzessionen bewerben“, so Jakub Majewski von der Stiftung ProKolej. PKP Intercity wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass die Kapazitäten gemäß der EU-Verordnung 913/2010 vergeben werden. Die Regulierungsbehörde UTK hat eine Untersuchung eingeleitet, kündigte jedoch an, dass Ergebnisse erst nach Einstellung der Dienste vorliegen werden.
Quelle: International Railway Journal

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