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Ryanair fordert EU-Regierungen – darunter auch Österreich – auf, das neue Ein- und Ausreisesystem bis September auszusetzen

Mai 1, 2026
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Ryanair fordert EU-Regierungen – darunter auch Österreich – auf, das neue Ein- und Ausreisesystem bis September auszusetzen
Europas größte Billigfluggesellschaft hat den Auftakt zu einer der wahrscheinlich heißesten Mobilitätsdebatten dieses Sommers gegeben. In einem Schreiben vom 29. April, das am 30. April von ITV News veröffentlicht wurde, fordert Ryanair die 29 Schengen- und assoziierten Staaten, die das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) aktiviert haben, auf, die verpflichtenden biometrischen Grenzkontrollen bis zum 1. September auszusetzen. Die Fluggesellschaft berichtet, dass nur drei Wochen nach dem Start am 10. April an mehreren Flughäfen Wartezeiten von ein bis drei Stunden entstehen und bereits Passagiere Flüge verpassen.

Für Österreich kommt die Forderung zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Flughäfen Wien-Schwechat, Salzburg und Innsbruck haben am 10. April die vollständige EES-Umsetzung begonnen, just zu Beginn der Frühjahrsreisewelle. Der Flughafenbetreiber Flughafen Wien räumt vereinzelt Engpässe an den automatischen Kontrollkiosken ein und hat Personal aus ruhigeren Terminals umgeschichtet, um Reisende bei der Abwicklung zu unterstützen. Geschäftsreisebüros berichten, dass die Zeit vom Eingang bis zum Gate um bis zu 90 Minuten verlängert werden muss – eine unerwünschte Zusatzbelastung für Unternehmen, die auf straffe Tagespläne zwischen Wien und anderen europäischen Zentren angewiesen sind.

Ryanair fordert EU-Regierungen – darunter auch Österreich – auf, das neue Ein- und Ausreisesystem bis September auszusetzen


In dem Schreiben lobt Ryanair Griechenland, das das EES bis zum Herbst ausgesetzt hat, als Vorbild und argumentiert, dass Flughäfen bereits eine rechtliche Grundlage (Artikel 23 der Verordnung EU 2025/1534) haben, um während Spitzenzeiten eine Aussetzung zu beantragen. Die österreichischen Wirtschaftsverbände sind gespalten: Der Österreichische Hotelierverband unterstützt eine Pause und warnt, dass lange Einwanderungsschlangen Touristen in den Spitzenzeiten im Mai und August abschrecken könnten. Der Verband für Geschäftsreisen hingegen befürchtet, dass eine generelle Aussetzung die Lernkurve verzögern und das Chaos lediglich in die Herbstkonferenzsaison verschieben würde.

Praktisch ändert sich nichts, solange das Innenministerium keinen Antrag auf Ausnahmeregelung stellt. Mobilitätsmanager sollten daher weiterhin Reisende anweisen, frühzeitig anzureisen, darauf achten, dass Reisepässe mindestens zwei freie Seiten für die neuen Ein- und Ausreisestempel haben, die mit der biometrischen Erfassung einhergehen, und die Advance Passenger Information korrekt registrieren, um manuelle Nachbearbeitung zu vermeiden. Unternehmen, die nach dem 30. Juni Personal austauschen, könnten zudem die Reisedaten staffeln, um das Risiko verpasster Anschlussflüge zu minimieren.

Langfristig unterstreicht die Debatte die Bedeutung von Österreichs parallelen Investitionen in Smart-Border-Technologie und die bevorstehende ETIAS-Reisegenehmigung. Unabhängig davon, ob die Regierung Ryanairs Forderung nachkommt oder nicht, scheint mehr Automatisierung – nicht weniger – für alle, die Österreichs äußere Schengen-Grenzen passieren, unvermeidlich.
Quelle: ITV News

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