
Ab heute müssen Zehntausende australische Immobilienmakler, Anwälte, Übertragungsagenten, Buchhalter und Edelmetallhändler die Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CTF) einhalten. Die lang erwarteten „Tranche-2“-Reformen, die ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten, bringen Australien näher an die globalen FATF-Standards und schließen Schlupflöcher, die Kriminelle genutzt haben, um illegale Gelder in Immobilien und Briefkastenfirmen zu verstecken. Unternehmen, die unter das erweiterte Regime fallen, müssen einen Compliance-Beauftragten ernennen, risikobasierte AML-Programme umsetzen, die Identität ihrer Kunden überprüfen und verdächtige Transaktionen melden. Die Anmeldung bei AUSTRAC muss bis zum 29. Juli erfolgen, sonst drohen zivilrechtliche Sanktionen. Obwohl es sich nicht um Einwanderungsgesetze handelt, berühren die Änderungen die globale Mobilität. Expatriierte Mitarbeiter, die Immobilien kaufen, Arbeitgeber, die Umzugszuschüsse finanzieren, sowie ausländische Kunden, die australische Dienstleistungen in Anspruch nehmen, müssen mit zusätzlichen Identitätsprüfungen und Dokumentenanforderungen rechnen. Mobility-Manager sollten umziehende Mitarbeiter über die neuen Verifizierungsanforderungen informieren, um Verzögerungen bei der Abwicklung zu vermeiden. AUSTRAC schätzt, dass jährlich mehr als 60 Milliarden AUD durch Australien gewaschen werden. Innenminister Tony Burke erklärte, die Reformen machten Australien „zu einem deutlich schwierigeren Ort für Kriminelle“ und bringen das Land auf Augenhöhe mit Ländern wie Großbritannien und Neuseeland.
Quelle: AUSTRAC