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Schweizer Flughäfen bereiten sich auf Chaos durch EU-Ein- und Ausreisesystem vor – Branche fordert Sommerpause

Juli 6, 2026
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Schweizer Flughäfen bereiten sich auf Chaos durch EU-Ein- und Ausreisesystem vor – Branche fordert Sommerpause
Lange Warteschlangen bei der Passkontrolle kehrten an diesem Wochenende mit voller Wucht zurück, als das neue Ein- und Ausreisesystem der EU (EES) seine erste große Sommerferien-Spitzenbelastung erlebte. In einem offenen Brief vom 1. Juli, der Anfang Juli veröffentlicht wurde, warnten der Flughafenverband ACI Europe gemeinsam mit Airlines for Europe (A4E) und IATA davor, dass Nicht-EU-Reisende an den Schengen-Grenzen bereits bis zu fünf Stunden warten müssen und sich die Lage im Juli und August weiter verschärfen könnte. Der Brief fordert die Europäische Kommission auf, den Mitgliedstaaten, darunter auch dem assoziierten Mitglied Schweiz, das Recht einzuräumen, die biometrischen Kontrollen während der Spitzenzeit vorübergehend auszusetzen.

Warum das für die Schweiz wichtig ist. Obwohl das EES eine EU-Initiative ist, ist die Schweiz aufgrund des Schengen-Assoziierungsabkommens rechtlich verpflichtet, es umzusetzen. Die Flughäfen Zürich, Genf und Basel müssen daher dieselben biometrischen Erfassungen – Fingerabdrücke und Gesichtsbilder – bei jedem Drittstaatsangehörigen durchführen, der noch nicht im System registriert ist. Im Gegensatz zu den bisherigen Stempelkontrollen kann die erste Registrierung mehrere Minuten pro Person dauern, was die Kontrollstellen, die für die Zeit vor EES ausgelegt waren, schnell überlastet.

Der Flughafen Zürich verzeichnete 2025 etwa 4,3 Millionen ankommende Passagiere aus Nicht-Schengen-Staaten; um dieses Volumen unter EES ohne Prozessänderungen zu bewältigen, wären entweder 30–40 % mehr besetzte Kontrollstellen oder weit verbreitete Selbstbedienungskioske nötig, die jedoch noch nicht vollständig zertifiziert sind.

Schweizer Flughäfen bereiten sich auf Chaos durch EU-Ein- und Ausreisesystem vor – Branche fordert Sommerpause


Auswirkungen auf Geschäftsreisen. Schweizer Unternehmen sind stark auf transatlantische und asiatische Langstreckenverbindungen angewiesen, die in Zürich starten oder in EU-Drehkreuzen umsteigen. Durch die EES-bedingten Warteschlangen kommt es zu verpassten Anschlussflügen, Umbuchungsgebühren, erhöhtem Betreuungsaufwand und möglichen Verstößen gegen die „14-Tage-Regel“ bei Entsendungen. Reiseverantwortliche raten bereits, bei der Wiedereinreise in den Schengen-Raum 60–90 Minuten Puffer einzuplanen. KMU, die Kundentermine auf Tagesbesuche beschränken, verschieben ihre Reisen möglicherweise, bis sich die Lage klärt.

Operative Lösungen – langsam und teuer. Zürich und Genf haben zusätzliche e-Gates bestellt und testen Vorregistrierungs-„App-Spuren“, doch die Lieferung der Hardware verzögert sich bis 2027, und der Arbeitsmarkt in der Schweiz ist nahezu voll ausgelastet. Die Flughäfen fordern von Brüssel eine generelle Sommerausnahme, um das System schrittweise einzuführen, doch die Kommission besteht bisher darauf, dass der rechtliche Starttermin im Oktober 2025 mit einer sechsmonatigen Übergangsphase nicht zurückgenommen werden kann.

Praktische Tipps:
• Schweizer Unternehmen sollten Nicht-EU-Entsandte, die nach langen Wochenenden einreisen, auf mehrstündige Wartezeiten vorbereiten und diese Verzögerungen in die Dienstpläne einrechnen.
• Reisende, die bereits registriert sind, sollten ihren EES-Beleg griffbereit halten; wiederholte Grenzübertritte gehen schneller.
• Flexible Buchungen für inner-europäische Anschlussflüge sind ratsam, bis sich die operative Lage stabilisiert.
• US-, UK- und andere visafreie Mitarbeitende sollten daran erinnert werden, dass EES-Daten automatisch Überziehungswarnungen auslösen; schon wenige Tage Überziehung können zu fünfjährigen Schengen-Einreiseverboten führen.
Quelle: Merkur / dpa via ACI Europe open letter

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