
Kanadas zweitgrößte Fluggesellschaft könnte Anfang August mit einem Streik der Kabinenbesatzung konfrontiert werden, nachdem am 14. Juli 4.400 Flugbegleiter von WestJet und WestJet Encore Informationskundgebungen an den Flughäfen Calgary und Winnipeg abgehalten haben. Die Demonstrationen fielen mit dem letzten Tag einer einwöchigen Streikabstimmung zusammen, deren Ergebnisse am 15. Juli erwartet werden. Die Canadian Union of Public Employees (CUPE) Local 8125 berichtet, dass die Mitglieder regelmäßig bis zu 35 unbezahlte Stunden pro Monat im Rahmen des „Flight-Credit“-Bezahlungssystems der Airline leisten und unter einem während der Pandemie abgeschlossenen Vertrag hinter der Inflation zurückgeblieben sind. WestJet erkennt zwar an, dass Nachzahlungen notwendig sind, betont jedoch, dass eine Einigung die Flugpreise erschwinglich halten muss. Aus Mobilitätssicht erschwert bereits die Androhung eines Arbeitskampfes die Planung von Geschäftsreisen. Aufgrund der hohen Passagierzahlen in der Hauptsaison könnten alternative Sitzplätze knapp werden, falls der Streik bereits am 2. August beginnt. Reise-Management-Unternehmen raten ihren Kunden, erstattungsfähige Tarife zu buchen und Notfallpläne im Blick zu behalten. Besonders betroffen könnten Unternehmen mit Fly-in/Fly-out-Mitarbeitern im Energiesektor Westkanadas sein. Der Konflikt folgt auf den dreitägigen Streik der Air Canada-Kabinenbesatzung im letzten Sommer und verdeutlicht die zunehmenden Arbeitskonflikte in der nordamerikanischen Luftfahrtbranche, da die Crews eine Vergütung fordern, die der Nach-Pandemie-Profitabilität entspricht. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnte Transport Canada mit einer verbindlichen Schlichtung eingreifen, doch solche Maßnahmen sind nicht garantiert. Globale Mobilitätsteams sollten Kommunikationspläne für reisende Führungskräfte vorbereiten, Reiseversicherungsbedingungen im Hinblick auf Streiks prüfen und virtuelle Meeting-Alternativen für zeitkritische Aufgaben identifizieren.
Quelle: Global News