
Die Gewerkschaft, die 4.400 Flugbegleiter von WestJet vertritt, hat mit 99 Prozent für Streikmaßnahmen gestimmt, falls die Tarifverhandlungen bis Anfang August zu keiner Einigung führen, berichtete CityNews Vancouver am 15. Juli. Dieses Mandat löst eine 21-tägige Abkühlphase gemäß dem kanadischen Arbeitsgesetz aus, was bedeutet, dass ein Streik bereits ab dem 2. August beginnen könnte – mitten in der Hauptreisezeit im Sommer. Die Kabinenbesatzung fordert eine Bezahlung für Bodenzeiten und Schutz bei der Dienstplanung, vergleichbar mit den kürzlich von den Flugbegleitern bei Air Canada erreichten Vereinbarungen. WestJet betont, weiterhin an einer Einigung interessiert zu sein, warnt jedoch, dass die Lohnforderungen der Gewerkschaft das kosteneffiziente Geschäftsmodell gefährden würden. Für Firmenreisemanager kommt die Drohung zu einem heiklen Zeitpunkt: Die Nachfrage im Zusammenhang mit den WM-Vorbereitungsevents und großen Festivals hat die Flugpreise bereits um 14 Prozent über das Niveau von 2025 steigen lassen. Ein Streik bei WestJet würde etwa ein Drittel der Inlandsflugkapazitäten sowie einen erheblichen Anteil der grenzüberschreitenden Flüge zu sekundären US-Märkten wegfallen lassen, was Reisende zu teureren, indirekten Verbindungen zwingt. Unternehmen mit zeitkritischen Projekten in Westkanada oder Ölindustrie-Rotationen nach Calgary sollten Notfallbudgets einplanen und alternative Fluggesellschaften wie Flair, Porter oder Air Canada in Betracht ziehen. Nach Bundesgesetz kann Ottawa mit einer verbindlichen Schlichtung eingreifen, wenn der Streik die Wirtschaft gefährdet, doch Verkehrsministerin Pascale St-Onge hat bisher beide Seiten zu Verhandlungen in gutem Glauben aufgefordert. Sollte der Streik stattfinden, ist WestJet verpflichtet, ungenutzte Tickets zu erstatten, doch Entschädigungen für Unterkunft oder Folgeschäden müssten Reisende oder deren Arbeitgeber tragen. Mobilitätsteams sollten zudem ausländische Entsandte daran erinnern, dass die kanadische Besuchsfrist auch bei gestrichenen Rückflügen weiterläuft, was die Einhaltung der Einwanderungsbestimmungen erschweren kann. Die Arbeitskonflikte verdeutlichen die anhaltenden Personalengpässe in Kanadas Luftfahrtbranche, wo Piloten-, Mechaniker- und Bodenpersonal-Mangel in den letzten 18 Monaten eine Reihe von Arbeitskämpfen ausgelöst hat.
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