
Die Zollbehörde hat bestätigt, dass das unter panamaischer Flagge fahrende Massengutfrachtschiff MV Matthew am 18. Juli 2026 endlich den Hafen von Cork verlassen hat. Damit endet eine beispiellose 22-monatige Festsetzung, die begann, als die irische Gemeinsame Einsatzgruppe – bestehend aus Zollbeamten, An Garda Síochána, dem Marine- und dem Heereskommando – das Schiff im September 2023 auf See stürmte und 2,2 Tonnen Kokain im Wert von 157 Millionen Euro beschlagnahmte. Seit der Rekordbeschlagnahme wurde das Schiff als Beweismittel festgehalten, während acht Besatzungsmitglieder und Komplizen verurteilt und zu Haftstrafen von bis zu 20 Jahren verurteilt wurden. Da sich kein Eigentümer meldete, übernahm die Zollbehörde die Verantwortung für das 190 Meter lange Schiff und investierte rund 17 Millionen Euro in Sicherheit, Versicherung, Hafengebühren und Spezialwartung, um Umweltverschmutzung und strukturelle Schäden zu verhindern, während komplexe rechtliche und regulatorische Fragen geklärt wurden. Nach der Registrierung des Eigentums bei der Panama Maritime Authority im Dezember 2025 verhandelte die Zollbehörde den Verkauf des Schiffes – für symbolische 1 US-Dollar – an ein internationales Recyclingunternehmen, das sich verpflichtet hat, das „tote Schiff“ unter einer Einmal-Ausnahmeregelung nach Warna, Bulgarien, zu schleppen. Diese Entscheidung vermeidet kostspieligen Abbruch in Irland und beseitigt eine große, unversicherte Gefahr aus dem Hafen von Cork, wo Tiefgangsbeschränkungen und Sicherheitszonen den kommerziellen Verkehr und Kreuzfahrtrouten erschwert hatten. Für globale Mobilitätsmanager ist dieser Fall eine Erinnerung an die verstärkte Zollkontrolle an Irlands Häfen und Flughäfen, da das Land seinen Beitrag zu EU-weiten Maßnahmen gegen transatlantische Drogenkartelle intensiviert. Die Zollbehörde kündigt an, die durch den Abgang der MV Matthew freiwerdenden Ressourcen in operative Geheimdienstarbeit mit MAOC-N, OLAF und Europol zu investieren. Unternehmen, die wertvolle oder zeitkritische Fracht über irische Umschlagplätze transportieren, sollten daher mit häufigeren Kontrollen und möglichen Verzögerungen rechnen und sicherstellen, dass ihre Spediteure umfassende Dokumentationen und Notfallpläne bereithalten. Der Fall zeigt zudem Irlands Bereitschaft, extraterritoriale Zollbefugnisse durchzusetzen und Vermögensabschöpfung konsequent anzuwenden – Entwicklungen, die auch für Schiffe oder Flugzeuge mit Verstößen gegen Sanktionen oder illegale Handelsrouten weitreichende Folgen haben könnten.
Quelle: Revenue – Press Release