
Das finnische Außenministerium hat in diesem Sommer lediglich 123 Saisonarbeitsvisa für Wildbeerenpflücker aus Thailand ausgestellt – ein drastischer Rückgang gegenüber den weit über 3.000 Visa vor der Pandemie. Eine Yle-Untersuchung vom 22. Juli zeigt, dass fast alle genehmigten Visa (107) an Pflücker vergeben wurden, die von der in Lieksa ansässigen Firma Pohjola Foods rekrutiert wurden. Das Unternehmen übernahm die vollständigen Kosten für Rückflüge, Versicherungen und Visagebühren – etwa 1.500 Euro pro Arbeiter. Behörden betonen, dass die Übernahme dieser Kosten das Risiko verringert, dass Migranten sich verschulden und dadurch anfällig für Ausbeutung werden.
Das Außenministerium lehnte mehr als 1.900 weitere thailändische Anträge nach einer beispiellosen Einzelfallprüfung ab, die gemeinsam mit der Arbeitsaufsicht und der Polizei durchgeführt wurde. Erstmals wurden dabei auch Berichte der Arbeitsinspektion vom letzten Sommer sowie laufende Strafverfahren wegen Zwangsarbeit in der Beerenbranche als Beweismittel herangezogen. Konsulatsleiter Jussi Tanner erklärte gegenüber Yle, dass bereits ein begründeter Verdacht auf Menschenhandel oder Schuldknechtschaft zur Ablehnung führt. Finnland könne „nicht auf endgültige Gerichtsurteile warten, wenn die Sicherheit der Menschen auf dem Spiel steht.“
Pohjola Foods-Geschäftsführer Akseli Nevalainen sagte, das Unternehmen habe sich entschieden, alle Reisekosten zu übernehmen, als klar wurde, dass die meisten Visa-Anträge der Konkurrenz abgelehnt wurden. Er räumte ein, dass dies die Großhandelspreise für Blaubeeren und Preiselbeeren erhöhen werde, argumentierte jedoch, dass ethische Rekrutierung zunehmend Voraussetzung für den Zugang zu Auslandsmärkten sei. Das Unternehmen erwartet, dass seine thailändischen Teams bis zu 800 Tonnen Beeren in Nord- und Ostfinnland ernten, von denen etwa die Hälfte nach Asien und Nordamerika exportiert wird.
Der drastische Rückgang ausländischer Pflücker hat bereits einige Wettbewerber dazu veranlasst, davor zu warnen, dass Millionen Kilo Beeren im Wald liegen bleiben könnten. Die Regierung ruft Studenten, Arbeitslose und Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis dazu auf, die starke Nachfrage zu nutzen: Der Preis für handgepflückte Blaubeeren liegt bei etwa 3 Euro pro Kilo. Forscher sehen in der Entwicklung eine Beschleunigung des langfristigen Übergangs von Touristenvisa zu formellen Saisonarbeitsgenehmigungen mit klaren Arbeitsschutzbestimmungen.
Für Manager im Bereich globale Mobilität und Personalverlagerung zeigt der Fall, wie verschärfte menschenrechtliche Sorgfaltspflichten die Visa-Vergabe plötzlich einschränken können – selbst in traditionell offenen Branchen wie der finnischen Wildbeerenindustrie. Unternehmen, die im Herbst oder nächsten Sommer nicht-EU-Saisonkräfte einführen wollen, wird empfohlen, die vollständigen Reisekosten einzuplanen, Rekrutierungsagenturen zu prüfen und detaillierte Nachweise über faire Arbeits- und Wohnbedingungen vorzulegen, um den Anforderungen finnischer und EU-Behörden gerecht zu werden.
Das Außenministerium lehnte mehr als 1.900 weitere thailändische Anträge nach einer beispiellosen Einzelfallprüfung ab, die gemeinsam mit der Arbeitsaufsicht und der Polizei durchgeführt wurde. Erstmals wurden dabei auch Berichte der Arbeitsinspektion vom letzten Sommer sowie laufende Strafverfahren wegen Zwangsarbeit in der Beerenbranche als Beweismittel herangezogen. Konsulatsleiter Jussi Tanner erklärte gegenüber Yle, dass bereits ein begründeter Verdacht auf Menschenhandel oder Schuldknechtschaft zur Ablehnung führt. Finnland könne „nicht auf endgültige Gerichtsurteile warten, wenn die Sicherheit der Menschen auf dem Spiel steht.“
Pohjola Foods-Geschäftsführer Akseli Nevalainen sagte, das Unternehmen habe sich entschieden, alle Reisekosten zu übernehmen, als klar wurde, dass die meisten Visa-Anträge der Konkurrenz abgelehnt wurden. Er räumte ein, dass dies die Großhandelspreise für Blaubeeren und Preiselbeeren erhöhen werde, argumentierte jedoch, dass ethische Rekrutierung zunehmend Voraussetzung für den Zugang zu Auslandsmärkten sei. Das Unternehmen erwartet, dass seine thailändischen Teams bis zu 800 Tonnen Beeren in Nord- und Ostfinnland ernten, von denen etwa die Hälfte nach Asien und Nordamerika exportiert wird.
Der drastische Rückgang ausländischer Pflücker hat bereits einige Wettbewerber dazu veranlasst, davor zu warnen, dass Millionen Kilo Beeren im Wald liegen bleiben könnten. Die Regierung ruft Studenten, Arbeitslose und Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis dazu auf, die starke Nachfrage zu nutzen: Der Preis für handgepflückte Blaubeeren liegt bei etwa 3 Euro pro Kilo. Forscher sehen in der Entwicklung eine Beschleunigung des langfristigen Übergangs von Touristenvisa zu formellen Saisonarbeitsgenehmigungen mit klaren Arbeitsschutzbestimmungen.
Für Manager im Bereich globale Mobilität und Personalverlagerung zeigt der Fall, wie verschärfte menschenrechtliche Sorgfaltspflichten die Visa-Vergabe plötzlich einschränken können – selbst in traditionell offenen Branchen wie der finnischen Wildbeerenindustrie. Unternehmen, die im Herbst oder nächsten Sommer nicht-EU-Saisonkräfte einführen wollen, wird empfohlen, die vollständigen Reisekosten einzuplanen, Rekrutierungsagenturen zu prüfen und detaillierte Nachweise über faire Arbeits- und Wohnbedingungen vorzulegen, um den Anforderungen finnischer und EU-Behörden gerecht zu werden.
Quelle: Yle
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