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Schweizer Parlament eröffnet Herbstsession und debattiert über das EU-Mobilitätspaket „Bilaterale III“

Sept. 15, 2026
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Schweizer Parlament eröffnet Herbstsession und debattiert über das EU-Mobilitätspaket „Bilaterale III“
Die Schweizer Bundesversammlung eröffnete am 14. September 2026 ihre Herbstsession mit dem lang erwarteten Paket „Bilaterale III“ mit der Europäischen Union als Hauptthema. Der Ständerat wird drei Tage lang das Stabilisierungsabkommen prüfen, das die Teilnahme der Schweiz am EU-Binnenmarkt erneuert und das zentrale Abkommen über die Personenfreizügigkeit (AFMP) sichert. Die Parlamentarier müssen entscheiden, ob sie eine dynamische Anpassung an künftige EU-Regeln befürworten, die bestehenden Lohnschutzklauseln beibehalten und einen Schutzmechanismus genehmigen, der der Schweiz erlaubt, die Zuwanderung zu begrenzen, falls die jährlichen Nettozuzüge eine vereinbarte Schwelle überschreiten.

Für multinationale Arbeitgeber stehen viel auf dem Spiel. Das derzeitige Flickwerk bilateraler Abkommen gewährt EU-Bürgern weitreichenden Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt und ermöglicht es in der Schweiz ansässigen Unternehmen, Personal mit minimalem bürokratischem Aufwand in die EU zu entsenden. Ein Scheitern der Ratifizierung – oder die Durchführung eines obligatorischen Referendums, das sowohl eine Volks- als auch eine Ständemehrheit erfordert – könnte die zuletzt 2021 aufgebrochene Rechtsunsicherheit wiederbeleben, als die Verhandlungen über einen institutionellen Rahmen scheiterten. Personalabteilungen müssten erneut Fragen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen, zur Koordination der Sozialversicherung und zum gegenseitigen Marktzugang für Dienstleister klären.

Schweizer Parlament eröffnet Herbstsession und debattiert über das EU-Mobilitätspaket „Bilaterale III“


Wirtschaftsfreundliche Parteien argumentieren, dass die Annahme von Bilaterale III die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz sichert, indem sie eine reibungslose Mobilität von Fachkräften und die Forschungszusammenarbeit (insbesondere Horizon Europe) gewährleistet. Kritiker von rechts fordern strengere Einwanderungskontrollen und drängen auf das Recht, Quoten wieder einzuführen, falls die Zahl ausländischer Arbeitskräfte stark ansteigt. Linke Parteien bestehen auf wirksamen Lohnschutzmaßnahmen aus Angst, dass die automatische Übernahme von EU-Regeln die Schweizer Arbeitsstandards untergraben könnte.

Die Debatte dreht sich auch darum, ob die Verträge nur einem fakultativen Referendum unterliegen sollen – das eine einfache Volksmehrheit erfordert – oder einem obligatorischen Referendum mit doppelter Mehrheit von Volk und Ständen. Letzteres würde die Hürde für eine Zustimmung deutlich erhöhen und die Unsicherheit für Unternehmen, die grenzüberschreitende Projekte für 2027 und darüber hinaus planen, verlängern. Eine Vorabstimmung wird bis zum 30. September erwartet. Beobachter rechnen mit einer knappen Mehrheit im Ständerat, die das Paket unterstützt und an den Nationalrat weiterleitet.

Unternehmen mit EU-Beschäftigten wird empfohlen, die Geschäftsleitung über mögliche Szenarien zu informieren und Notfallpläne für den Fall von Verzögerungen oder einem negativen Referendumsergebnis im Jahr 2027 bereit zu halten.
Quelle: SWI Swissinfo

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